„Nicht gut genug“ – warum die Türkei bei der WM in Brasilien nicht dabei ist

Der Autor Davut Çöl hat ein Buch über die Schwächen der türkischen Fußballnationalmannschaft verfasst. Darin zeigt er 24 Probleme auf, die die Nationalelf aufweist. Beherzigten sie seine Lösungsvorschläge, könnte es mit der EM 2016 noch was werden.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ist im vollen Gange. 32 Nationen jubeln täglich ihren Mannschaften zu, und hoffen auf ein Weiterkommen in die KO-Runden. Die Fan-Meilen in Deutschland füllen sich mit Millionen von Zuschauern. Es wird freudig mitgefiebert, man schminkt sich in den Farben der Nation, die Fahnen werden geschwenkt. Doch eine begeisterte Fußballnation konnte sich für die Endrunde in Brasilien nicht qualifizieren: Die Türkei – Aber warum?

Dieser Frage versucht Davut Çöl mit seinem Buch „Nicht gut genug – Die 24 Schwächen der türkischen Fußballnationalelf“ nachzugehen. Zu den 24 Schwächen die er aufzeichnet, hat er auch 24 Lösungsvorschläge parat.

Einer seiner einleitenden Sätze lautet: „Die Türkei spielt einen Fußball, der nicht auf Kreativität aufbaut, der langsam ist, keine Überraschungen enthält und damit für jeden Gegner leicht auszurechnen ist.“ Daran sei die türkische Fußballphilosophie im Allgemeinen Schuld.

Aus den unterschiedlichsten Bereichen eines Fußballspiels analysiert Çöl die Schwächen der türkischen Nationalmannschaft. Die ersten Schwächen seien auf dem Feld zu beobachten. So stimme beispielsweise die Kommunikation auf dem Feld nicht. Das defensive System im Spiel biete keine Überraschungen. Es gäbe nur einen Stürmer, und dieser sei ohnehin nicht torgefährlich.

Auch außerhalb des Spielfeldes laufe einiges schief. Nach einer Niederlage könne die Mannschaft mit dieser nicht umgehen und suche die Fehler unter anderem beim Schiedsrichter anstatt bei sich selbst.

Auch dem türkischen Fußballverband wirft Çöl Versagen vor. Dieser würde die Nachwuchsförderung vernachlässigen. Bei der Trainersuche setze der Verband auf ausländische Trainer. Doch auch diese könnten sich durch ein verfestigtes System nicht durchsetzen.

Çöl richtet sich auch an die türkischen Fans. Sie seien das Beste was dem türkischen Fußball passieren könne. Sie scheuten keine Kosten und Mühen, um ihre Mannschaft zu unterstützen und seien mit Leidenschaft dabei. Dies respektierten die Spieler nicht.

Beim Lesen wird einem klar, dass sich Davut Çöl intensiv mit dem Spiel und dem Verband der Türkei auseinandergesetzt hat. Wer die Spiele der türkischen Mannschaft kennt, wird einige Male schmunzeln, weil ihm das ein oder andere wohl selbst schon aufgefallen ist. Insgesamt ist das Buch in einfacher Sprache gehalten, so dass auch Nicht-Fußballexperten alles verstehen. Die eingebauten Karikaturen runden die Analysen Çöls mit Witz ab.

Nicht gut genug“ – Ein Muss für alle eingefleischten Fans der türkischen Nationalmannschaft.

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