Präsidentschaftswahlen: Gül wird nicht antreten

Der türkische Präsident Abdullah Gül wird nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Dies gab er vor einem Treffen mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan bekannt. Wer sich stattdessen als Kandidat aufstellen lässt, ist ein offenes Geheimnis.

 

Am Rande einer traditionellen Sportveranstaltungen äußerte sich Präsident Abdullah Gül über eine mögliche zweite Amtszeit:“Ich werde meine Kandidatur nicht bekannt geben (…), meine Amtszeit endet am 28. August“. Er habe diese Entscheidung bereits vor den Wahlen im März Ministerpräsident Erdoğan mitgeteilt.

Es wird erwartet, dass Erdoğans Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) ihn am Dienstag offiziell als Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen im August vorstellt. Laut Verfassung darf der Ministerpräsident nicht ein viertes Mal für sein bisheriges Amt kandidieren.

Als möglicher Nachfolger von Erdoğan werde Abdullah Gül gehandelt, berichtet Daily Sabah. „Dies sind Dinge, die wir später untereinander besprechen werden“, so Gül.

Gül ist Mitbegründer der AKP. Er habe keine politischen Pläne für die Zukunft. Einen Amtstausch zwischen den Positionen schloss Präsident Gül aus (mehr hier).

Der Präsident in der Türkei hat eine weitestgehend repräsentative Funktion. Erdoğan kündigte bereits an, dass er bei einem möglichen Wahlsieg von all seinen Rechten Gebrauch machen werde. Dies könne zu einem Konflikt zwischen Gül und Erdoğan führen, so das Blatt weiter. Bereits in der Vergangenheit haben die beiden Politiker ihren Diskurs öffentlich ausgetragen (mehr hier).

Der Gegenkandidat der Opposition steht bereits fest: Es ist Ekmeleddin İhsanoğlu, ein türkischer Chemiker und Wissenschaftshistoriker. Er war langjähriger Direktor des Forschungszentrums für Islamische Geschichte, Kunst und Kultur (IRCICA) und Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC).

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