GazeteFutbol.de besucht Besiktas in Marienfeld

Murat CETINER besuchte im Laufe dieser Woche das Vorbereitungscamp von Besiktas. Der GazeteFutbol-Redakteur schildert seine Eindrücke aus dem Trainingslager der Schwarz-Weißen in Marienfeld.

An einem wunderschönen sonnigen Mittwoch machte ich mich vorgestern auf den Weg in Richtung Bielefeld um das Trainingslager von Besiktas zu besuchen. Bei ca. 25°C habe ich mein Bestes gegeben, um mir die Trainingsstätte von Besiktas genauer anzusehen. Das Hotel „Klosterpforte“ in dem sich die Schwarz-Weißenaufhalten, befindet sich um genauer zu sein im Harsenwinkel/Marienfeld, das zum Zentrum von Bielefeld eine Entfernung von ca. 20 km ausmacht. Die Adler aus Istanbul befinden sich im Abteil Sporthotel „11“, welches im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2006 erbaut worden war. In der Hotelanlage befinden sich zudem zahlreiche Ärzte, Physiotherapeuten und Masseure um die Gesundheit der Spieler von Besiktas bestmöglich erhalten zu können.

Das Hotel und die Sportanlage

Kurz bevor Iich mein Auto am Parkplatz des Sporthotels parkte, hatte Iich die große Befürchtung, dass ein Andrang an Besiktas-Anhängern ebenfalls da sein würde. Was ich dann sah, war für mich jedoch sehr überraschend. Am Haupteingang des Hotels Klosterpforte wusste ich vorerst nicht genau, ob ich wirklich Besiktas sehen werde, bis ich einige Männer in einem roten Trainingsanzug mit der neuen Sponsorenbeschriftung auf der Brust sehen konnte. Nach einigen Runden um die Hotelanlage war ich dann auch im richtigen Abteil. Angekommen, war ich persönlich sehr schockiert. Der Anblick erinnerte viel mehr an einen Steppenläufer im Wilden Westen. Keine Fans, keine Spieler, keine Assistenten weit und breit.

Ein tolles Kennenlernen mit einigen Spielern

Am großen Eingangstor angekommen, stand ich leider vor verschlossenen Türen. Das Tor zum Eintritt war leider geschlossen, doch konnte man natürlich einige Impressionen sammeln. Das Security-Personal stand in der Trainingsanlage und sprach sich ab. Und siehe da: Ismail Köybasi kommt mit seinen Badelatschen zum Security-Personal und unterhält sich mit den breitgebauten, schwarzgekleideten Männern. Leider ist er schnell wieder ins Hotel gerannt und war in Eile. Ich rief einen der Sicherheitsbeauftragten zu mir und wollte einige Informationen bezüglich des Tagesablaufes der Mannschaft. Dann die bittere Enttäuschung: „Heute haben die Spieler den Rest des Tages frei und das Training darf sowieso nicht besucht werden, sofern es für die Presse nicht öffentlich gemacht wird!“ Nun stand ich dort und bedankte mich für die Information. Ich konnte es jedoch nicht wahr haben, dass ich von Frankfurt bis nach Bielefeld angereist war und nicht die Möglichkeit bekam meine Mannschaft sehen zu können. Nach einer Stunde warten und großer Hoffnung, dass ich nun doch einige Spieler zu Gesicht bekomme, öffnete sich die Schiebetür des Haupteingangs.

Ersan Gülüm telefonierte in aller Ruhe mit lässiger Jeans, weißem Shirt und Flip-Flops. Ich rief nach seinem Namen, doch schien er mich nicht zu hören. Nach dem dritten Mal rufen schaute er in meine Richtung, doch kam leider keine Reaktion. Ersan Gülüm hatte Ich bereits abgeschrieben, bis dann für mich etwas sehr positiv Überraschendes geschah: Oguzhan Özyakup, Kerim Frei und Ersan Gülüm machten sich auf den Weg zur anderen Seite des Trainingsgeländes. „Oguzhan, kommt doch mal bitte und lasst uns ein gemeinsames Foto machen“ – Oguzhan Özyakup kam ohne nachzudenken mit einer sehr freundlichen Art und Weise zu mir und bat Ersan und Kerim ebenfalls mitzukommen, welche dann auch gekommen sind. Uns trennte nur noch das Tor, bis Oguzhan Özyakup auf die Idee kam, das Tor von der Innenseite aufzuschließen. Ersan Gülüm machte für mich in diesem Moment leider einen gebrochenen Eindruck. So als sei seine Motivation auf dem Tiefpunkt. Ich merkte ihm an, dass er keine Lust hatte auf das Ganze, doch konnte er sich letztendlich doch dazu überwinden, ein Foto zu machen. Ich fragte, was die Jungs nun vorhätten und Oguzhan antwortete: „Wir warten auf unser Taxi und werden in die Stadt fahren, um ein bisschen abzuschalten.“ Ich bedankte mich für das Foto und war zufrieden.

Eine gefühlte halbe Stunde später war dann für mich persönlich ein besonders witziger Abschnitt des Tages gekommen: Olcay Sahan, Necip Uysal und Medienverantwortlicher Coskun Gülbahar kamen mit höchster Geschwindigkeit auf einem Caddie (Fahrzeug für den Golfplatz) um die Ecke angefahren. Ich habe das Fahrzeug sofort bemerkt und mir vor lauter Schock die Hand vor den Mund gehalten, bis Olcay Sahan mit seinem Finger auf mich zeigte und sie mit Necip Uysal gemeinsam über die Situation lachten. Vor dem Eingangstor angekommen schaute er mich an und fragte mich wirklich, wie er die Trainingsanlage nun betreten soll. Ich sagte, dass ich da einen ganz einfachen Trick kenne und ob ich diesen anwenden darf. Olcay Sahan bejahte und fragte weshalb ich kein Bild machen würde. Ich sagte, dass ich damit beschäftigt sei, das Tor zu öffnen. Wir machten natürlich noch ein gemeinsames Bild und ich unterhielt mich mit Olcay Sahan selbstverständlich auf Deutsch. Olcay erklärte mir, dass ein Großteil der Mannschaft sich in die Stadt begeben würde und ich ca. eine halbe Stunden warten solle. Ich wartete, doch tat sich nichts Großartiges. Ich sah lediglich, dass Olcay Sahan in ein Auto stieg und vor meiner Nase wegfuhr.

Nach einer Stunde warten, erfüllte sich dann mein Traum. Ein großer Herr mit Bart und Cappy wollte die Trainingsanlage überqueren. Ich rief ganz laut seinen Namen: „Slaven! Bilic!” Slaven Bilic schaute mich an und winkte mir in einem sehr fröhlichen Zustand zu. Dann fragte ich ihn, ob er mit mir ein Foto machen würde. Er kam in einem schnellen Tempo zu mir und erlaubte mir die Trainingsanlage zu betreten und wir machten ein Foto. Ich wünschte ihm sehr viel Glück für die Saison und bedankte mich für das Foto bei ihm. Slaven Bilic ist ein wirklich sehr sympathischer Mensch und hat mir wirklich gezeigt, dass er sehr bodenständig ist.

Nachdem ich für mich persönlich einen der besten Trainer der Welt traf, war ich schon kurz davor den Heimweg anzutreten, doch dann konnte ich noch Ömer Sismanoglu sehen, welcher sich auf der Hotelanlage befand und sich gemeinsam mit Ugur Boral ebenfalls in die Stadt begeben wollte. Ich rief seinen Namen und dieser winkte mir ebenfalls fröhlich, aber auch etwas müde zu. Wir unterhielten uns ebenfalls auf Deutsch und ich fragte, ob wir ein Foto machen könnten. Er antwortete: „Natürlich können wir das machen mein Lieber, ist doch kein Problem!“ Anschließend fragte ich ihn, ob es ihm gut gehe und wir unterhielten uns kurz. Ich wollte ebenfalls auch Auskunft über Cenk Tosun bekommen. Ömer antwortete (grinsend): „Ah er ist wieder im Krankenzimmer und hat sich irgendwas getan, irgendwas ganz komisches.“ Ich musste lachen und verabschiedete mich auch von Ömer Sismanoglu.

Filip Holosko und Atiba Hutchinson hatten extra Trainingseinlagen abgehalten und wollten in ihr Hotelzimmer. Ich schrie: „Filip, Filip… Foto?“ Er antwortete mir auf Türkisch: „Sonra Abicim, sonra!“ (Später mein Bruder, später). Ich hatte es nicht mehr geschafft so lange zu warten.

Mein Tag ging dann auch somit zu Ende, da ich noch von einem der Assistenten die Information bekam, dass nun alle der im Hotel verbliebenen Spieler im Bett liegen und schlafen würden. Abrundend kann ich anmerken, dass die Kameradschaft und die Betreuung in diesem Trainingslager auf dem Hochpunkt zu sein schien. Eine idyllische Atmosphäre mit professioneller Betreuung war in Kombination getreten. Für mich persönlich ging ein Traum in Erfüllung. Besiktas wird sich noch bis zum 10.07.2014 in Deutschland aufhalten. An alle Besiktas-Anhänger in Deutschland: Verpasst diese Chance nicht!

Murat CETINER

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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