Türkische Jugend gefährdet: Verursachen neue Medien erhöhten Alkohol- und Zigarettenkonsum?

Laut einer türkischen Studie gibt es einen Zusammenhang zwischen erhöhter Mediennutzung und dem Konsum von Zigaretten und Alkohol. Junge Männer scheinen eine besonders betroffene Risikogruppe zu sein. Die Auswirkungen sind immens. Schon seit Jahren gehören türkische Bürger zu den Spitzenreitern der Internetnutzung weltweit.

Die Studie fand heraus: Intensive Mediennutzer nehmen mehr Genussmittel zu sich. Auftraggeber der Studie waren die „Eastern Anatolia Health Employees Association“ und die „International Eastern Health Federation“. Insgesamt wurden 2309 Teenager im Alter zwischen 13 und 18 Jahren befragt.

Die türkischen Ergebnisse wurden auch durch andere Untersuchungen zum Thema bestätigt. So steht der erhöhte Konsum von Alkohol und Tabak auch in Verbindung mit der im Internet geschalteten Werbung. Das besagt eine Studie, die insgesamt 13000 Jugendliche befragte. Publiziert wurde diese bereits im Jahr 2009 durch Biomedcentral.

Von den türkischen Nutzern, die mehr als eine Social Media-Plattform nutzen, rauchten 15,1 Prozent Zigaretten. Jedoch taten dies nur 3,6 Prozent derjenigen, die keine sozialen Medien nutzen. Junge Männer schienen hierbei besonders betroffen. Eine große Risikogruppe sind türkische Studenten, die viel Zeit am Computer verbringen. Lange Internetnutzung, Rauchen und Alkoholkonsum bedingen sich gegenseitig, heißt es in der Studie.

Türken nutzen neue Medien intensiv

Für die Türkei sind die Studienergebnisse von besonderer Bedeutung. Junge Menschen nutzen hier intensiv eine Vielzahl an Internetangeboten. Die türkische Bevölkerung ist hinter den USA, Großbritannien und Japan der größter Twitter-Nutzer weltweit. Der Kurznachrichtendienst nimmt in der Türkei eine wichtige Position ein. Erst kürzlich geriet das Medium sogar ins politische Visier: Die Regierung um Premierminister Recep Tayyip Erdoğan hatte monatelang versucht Twitter zu verbieten, nachdem hier regierungskritische Stimmen laut wurden (mehr hier). Bei der Facebook-Nutzung kam man im Jahr 2013 auf den siebten Platz weltweit. Besonders hervor stachen die 18 bis 34 Jährigen, die mehr als alle anderen Altersgruppen Facebook für sich nutzen.

Dabei sind soziale Medien und das Internet in ihrer Wirkung nicht nur negativ. Trotz dem nachgewiesenen Zusammenhang, sollen neue Medien auch der Suchtprävention dienen. Durch Seiten wie Facebook, erreichen Kampangen eine Vielzahl an jungen Menschen.

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