Ausschaltung von Risikofaktoren: Veränderter Lebensstil bringt bis zu 17 zusätzliche Jahre

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben errechnet, wie viel Lebenszeit ein Mensch durch bestimmte Verhaltensweisen durchschnittlich einbüßt. Sie stellten fest: Der Verzicht von Alkohol und Zigaretten sowie ein geringer Fleischkonsum bringen statistisch betrachtet bis zu 17 weitere Jahre. Entscheidend dabei ist jedoch die innere Einstellung.

Die DKFZ-Epidemiologen um Professor Rudolf Kaaks bringen die vermeintlich lebensverlängernden Maßnahmen auf eine einfache Formel: „Wer auf Alkohol und Zigaretten verzichtet, dazu nur wenig rotes Fleisch und Wurst isst und auf ein normales Gewicht achtet, lebt bis zu 17 Jahre länger.“ Das ergab ihre Auswertung der Daten der Heidelberger EPIC-Teilnehmer. Wesentlich für die Gesundheit ist aber auch die eigene, psychische Verfassung.

Das Team um Kaaks wollte wissen: Wie viel raubt jedes einzelne Risikoverhalten von der durchschnittlichen Lebenserwartung eines heute 40-Jährigen? Und wie sehen die Auswirkungen der kombinierten Risiken aus? Für die Forscher ergab sich ein klares Bild:

„Das günstigste Risikoprofil und damit die größte Lebenserwartung hatten demnach Nichtraucher (und Nichtraucherinnen) mit einem Body Mass Index* zwischen 22,5 und 24,9, die wenig Alkohol tranken, körperlich aktiv waren und wenig rotes Fleisch, dafür aber viel Obst und Gemüse aßen: Diese Menschen dürfen sich im Alter von 40 auf 47,5 (Männer) bzw. sogar 48,7 weitere Lebensjahre (Frauen) freuen.“

Nach Einschätzung der Mediziner sind die nun gewonnenen Erkenntnisse von besonderer Bedeutung. „Oft werden wissenschaftliche Hinweise auf einen gesunden Lebensstil als ‘erhobener Zeigefinger’ empfunden“, zitiert anders leben Rudolf Kaaks, Leiter von EPIC Heidelberg. „Deswegen ist es wichtig, dass wir ganz klar beziffern, was jeder einzelne an Lebenszeit gewinnen kann, wenn er frühzeitig auf ungesunde Angewohnheiten verzichtet.“ Das Deutsche Krebsforschungszentrum weist aber auch darauf hin, dass es offenbar nicht nur auf den Verzicht bestimmter Risikofaktoren ankommen könnte. Wichtig scheint das Gesamtbild zu sein. Denn:

Als gesundheitsfördernd im umfassenderen Sinn sollte man alles betrachten, was zum individuellen seelischen Wohlbefinden beiträgt.

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