Hilfe für Palästinenser: Türkische Flottille soll nach Gaza aufbrechen

Die türkische Organisation IHH plant erneut einen Hilfskonvoi für die im Gazastreifen lebenden Palästinenser. Bereits in der Vergangenheit gab es Versuche, die Seeblockade des israelischen Militärs zu durchbrechen. Bei einem Zwischenfall im Jahr 2010 wurden dabei neun Menschen durch israelische Sicherheitskräfte erschossen.

Ziel der Aktion sei es wieder, die israelische Seeblockade zu durchbrechen, gab die Organisation auf ihrer Seite bekannt. Wie in den vergangenen Jahren werden die Schiffe auf der Rückfahrt palästinensische Güter geladen haben, um diese zu verkaufen. Auch Demonstrationen an zahlreichen Häfen weltweit seien geplant.

Organisatoren treffen sich in Istanbul

Am Dienstag gaben die Initiatoren der „Freedom Flotilla“ eine Pressekonferenz in Istanbul im Hauptgebäude der IHH. Gekommen waren dazuVertreter aus zwölf Ländern weltweit, so die Organisation. „Wir versuchen die Menschenrechte auf der ganzen Welt und die Freiheit des palästinensischen Volkes zu verteidigen. Wir versuchen die Ausrüstung für die Flottillen, die in Richtung Gaza aufbrechen, breitzustellen“, sagte Ehab Lotayef, der kanadische Vertreter der Organisation während der Pressekonferenz. Der Konvoi in den Gazastreifen fände im internationalen Jahr der Solidarität mit dem palästinensischen Volk der UN statt. Noch ist nicht klar, wann die Flotilla aufbrechen soll. Die Organisation hält sich bedeckt und gibt hier nur „im Herbst“ an.

Bereits 2010 starben neun Menschen

Im Jahr 2010 waren israelische Militärs auf das Schiff „Mavi Marmara“ vorgedrungen. Damals starben neun türkische Aktivisten. Der Vorfall blieb nicht ohne weitreichende Folgen: Hatten die Staaten zuvor noch eng zusammengearbeitet, verschlechterten sich die diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Israel danachdeutlicht. Nachdem die Türkei eine Entschuldigung forderte, war diese seitens der Regierung in Jerusalem zunächst ausgeblieben. Weiterhin hatten türkische Gerichte die beteiligten israelischen Soldaten zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt (mehr hier). Nachdem sich die Türkei 2010 noch an der Hilfsflotte beteiligt hatte, half das Land im Jahr 2011 Israel die Schiffe zu stoppen (mehr hier).

Türkei kritisiert Israel scharf für Vorgehen

In den vergangenen Wochen hatte die türkische Regierung Israel immer wieder scharf für ihr Vorgehen im Gazastreifen kritisiert. Die Türkei hat nun damit begonnen, Verletzte aus dem Gazastreifen zu evakuieren. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu arbeitet an der Errichtung eines Flugkorridors, um weitere Verletzte in die Türkei bringen zu können. Schon während der militärischen Ausschreitungen hatte der türkische Rote Halbmond medizinische Hilfsgüter in den Gazastreifen geliefert, berichtet Middle East Eye. Am Mittwoch hatte die türkische Hilfsorganisation TIKA erklärt, 1000 vorgefertigte Fertighäuser in Gaza aufbauen zu wollen, so die Zeitung Sabah.

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