Wirtschaftsabkommen mit Turkmenistan: Türkei und Japan bauen Treibstofffabrik

Auf turkmenischem Gebiet befinden sich die viertgrößten Gasvorkommen der Erde. Um sich diese zugänglich zu machen, hat ein türkisch-japanisches Konsortium einen Vertrag mit Turkmenistan abgeschlossen. Durch japanische und türkische Technik möchte man aus den Gasreserven Treibstoff gewinnen.

Die Unterzeichnung des Vertrags fand am vergangenen Dienstag während der Anwesenheit des umstrittenen turkmenischen Präsidenten Kurbanguly Berdymukhamedov statt, der den zentralasiatischen Staat regiert. Dieser erinnerte an die Einzigartigkeit der neuen Anlage, die in seinem Land mit ausländischer Technik gebaut wird. Die offizielle Zeremonie fand in der Nähe der turkmenischen Hauptstadt Aşgabat statt. Das Volumen des Vorhabens beläuft sich auf 1,7 Milliarden Dollar.

Anlage nimmt 2018 Arbeit auf

Die Anlage und deren Bau wird vom japanischen Konzern Kawasaki und dem türkischen Unternehmen Rönesans finanziert und begleitet. „Die Anlage wird 600.000 Tonnen Treibstoff mit 92 Oktan liefern“, gab der turkmenische Präsident vor Vertretern bekannt, so die Zeitung Sabah. Mit 85 Prozent, übernimmt die japanische Bank für internationale Zusammenarbeit einen großen Teil der Kosten, während der Rest vom turkmenischen Staatskonzern Turkmengas getragen wird. Die Anlage wird voraussichtlich im April des Jahres 2018 betriebsbereit sein, so die Zeitung Hurriyet.

Turkmenistan profitiert von Gasgeschäft

Turkmenistan profitiert seit Jahren von seinen Gasverkäufen an China, das damit Russland als größten Abnehmer turkmenischen Gases verdrängt. Auch zukünftig wollen japanische Konzerne und türkische Investoren in Standorte investieren. Turkmenistan hatte zuletzt vom Bau einer Gaspipeline nach China im Jahr 2009 profitiert und konnte ein Wirtschaftswachstum von zehn Prozent aufweisen, so Reuters.

Die Türkei orientiert sich in ihrem Außenhandel immer häufiger in Richtung Osten. Erst kürzlich sprang das Land für ausbleibende Lebensmittelimporte ein, die Russland nach einem Importverbot für europäische Agrarerzeugnisse zu beklagen hatte (mehr hier).

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