Fenerbahce: Abdullah Kigili schmeißt hin

Mit Abdullah Kigili hat Fenerbahce einen äußerst geschätzten und zugleich kompetenten Vereinsfunktionär verloren. Der Grund: Präsident Aziz Yildirim, der den Verein mit immer härterer Hand regiert

Anscheinend scheint der sportliche Erfolg den türkischen Teams nicht gut zu bekommen. Nachdem Galatasaray nach dem zweiten Meisterjahr vor lauter internen Querelen Trainer Fatih Terim entlassen und sich von den hochrangigen Vereinsfunktionären Ali Dürüst und Abdurrahim Albayrak getrennt hat, ist der „Fluch“ der gewonnenen Meisterschaft auf den amtierenden Meister Fenerbahce übergegangen. So herrscht auch bei den Gelb-Marineblauen vereinsintern alles andere als Friede, Freude, Eierkuchen – als erste Konsequenz hat Vereinsfunktionär Abdullah Kigili sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt!

Kigili: „Habe mich belästigt gefühlt!“

Der Grund für den Rücktritt Kigilis ist Vereinspräsident Aziz Yildirim, der den Verein von Tag zu Tag mit härterer Hand regiert und seinen Vereinsfunktionären kaum mehr Raum zur Entfaltung lässt. Kigili, zuletzt auch Hauptverantwortlicher für die FENERIUM-Fanstores von Fenerbahce, gegenüber NTVSpor: „Ich habe dieses Amt vor sechs Jahren durch eine Einladung unseres Präsidenten angetreten. Meine Aufgabe waren die FENERIUM-Stores. Heute sind unsere Fanshops in der Türkei in allen Belangen der Marktführer. Ich bin niemandem böse, doch ich mag es nicht, wenn man sich in meine Angelegenheiten einmischt. Schließlich kenne ich mich in diesem Geschäft aus. Ich konnte es nicht verkraften, dass man dermaßen in meine Arbeit eingegriffen hat, daher die Trennung. Ich bin nicht sauer auf Aziz Yildirim, mein Respekt für ihn wird immer da sein, da diese Charaktereigenschaft zu meiner Persönlichkeit gehört. Doch ich habe einen Schlussstrich gezogen. Auch wenn wir uns in Freundschaft trennen ist mein Weg hier zu Ende.“

Aziz Yildirim – heiligt der Zweck die Mittel?

In der Tat polarisiert der langjährige Klubboss den Verein, dessen Anhänger und die türkische Sportlandschaft. Nicht wenige werfen dem mittlerweile 61-Jährigen Größenwahn und Machtbesessenheit vor. Zuletzt musste Ex-Trainer Ersun Yanal die harte Hand Yildirims spüren und wurde regelrecht zum Rücktritt gezwungen – inwiefern die Vorwürfe gegen den Ex-Coach berechtigt sind, wird wohl nicht mehr ans Tageslicht kommen. Mit Abdullah Kigili hat Yildirim den zweiten mächtigen Mann und zugleich seinen Stellvertreter im Verein nicht mehr an seiner Seite, die türkischen Medien spekulieren bereits damit, dass auch Kigili mehr oder weniger zum Rücktritt gezwungen worden sein soll.

Im krassen Gegensatz dazu steht wiederum der sportliche Erfolg des Vereins Fenerbahce. So haben die Gelb-Marineblauen insbesondere in den letzten Jahren etliche Titel gewonnen und gehören seit Jahrzehnten zu den besten zwei türkischen Vereinen der Liga. Die außerordentliche sportliche Konstanz über Jahre hinweg hat sich nicht nur im Fußball-Sektor ausgezahlt. So ist Fenerbahce mittlerweile der größte und erfolgreichste Sportverein der Türkei mit etlichen nationalen und internationalen Titeln auf allen Ebenen. Hinzu kommt, dass man mittlerweile auch im Fanartikelverkauf zu den Top 15 der Welt gehört. Daran hat sicherlich auch Vereinspräsident Aziz Yildirim seinen Anteil – neben den Sportlern und Bediensteten in den jeweiligen Branchen vielleicht sogar den größten. Doch die Frage, ob der Zweck tatsächlich die Mittel heiligt, beschäftigt die Fenerbahce-Anhänger mehr denn je.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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