Neuer EU-Minister: Türkei und EU müssen sich auf Augenhöhe begegnen

Die Türkei wird weiter an einem Beitritt in die Europäische Union festhalten. Der neue EU-Minister Volkan Bozkir sprach in einem TV-Interview über seine Vorstellung des EU-Beitritts. Persönlichen Gesprächen misst er dabei eine hohe Bedeutung zu.

Der Türkei müsse daran gelegen sein, dass die Europäische Union das richtige Bild von ihr habe, so Bozkir. Das EU-Beitrittsverfahren sei dabei mehr als das permanente Öffnen neuer Kapitel. Es seien besonders persönliche Gespräche, die die Verhandlungen ausmachen.

Jahrelange Beitrittsverhandlungen

Unsere Jugend hat noch immer immense Leidenschaft für die EU“, zitiert Worldbulletin. Doch insgesamt sinkt die Zustimmung für das Projekt stetig. Zunehmend haben viele den Eindruck in der Europäischen Union unerwünscht zu sein (mehr hier). Ein Ziel in der näheren Zukunft wird es sein, möglichst schnell neue Verhandlungskapitel zu öffnen. Im Fokus stehen für die Türkei vor allem die Kapitel 23 und 24. Diese beinhalten rechtsstaatliche und sicherheitspolitische Elemente.
Die Bewerbungsverfahren zu einem EU-Beitritt begannen schon im Jahr 2005. Vorher waren schon Jahrzehnte lang Vorverhandlungen geführt worden. Von 35 Kapiteln, die abgearbeitet werden müssen, wurden bislang 14 geöffnet, während über weitere vier noch diskutiert wird, berichtet das Blatt. Alle weiteren Kapitel bleiben bislang ungeöffnet. Sobald ein Kapitel geöffnet ist muss über den Fortschritt jährlich ein Bericht abgegeben werden. Der türkische EU-Minister bedauert, dass es etliche Amtsträger innerhalb der EU gibt, die in seinem Land noch nie zu Gast wären.

Immer wieder Uneinigkeit

Aber auch die Europäische Union kritisiert ausbleibende Fortschritte in der Türkei. Für Unmut sorgt immer wieder die Menschenrechtslage der Türkei. Besonders der Umgang mit Minderheiten sorgt des Öfteren für Kritik (mehr hier). Auch die Beeinflussung der Medien von staatlicher Seite führt immer wieder zu Ärger zwischen Ankara und Brüssel. Besonders das Vorgehen von offizieller Seite gegen Journalisten und soziale Medien bleibt dabei umstritten.

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