Regierung wirbt Migranten ohne deutschen Pass für öffentlichen Dienst

Die Bundesregierung will Zuwanderer ermuntern, sich für eine Laufbahn im öffentlichen Dienst zu bewerben - und zwar auch solche ohne deutschen Pass. Zu diesem Zweck schaltet die Regierung in den kommenden Wochen Anzeigen, die besonders Zuwanderer im Alter von 14 bis 29 Jahren ansprechen sollen.

Auf der Website wir-sind-bund.de können die jungen Migranten erfahren, welche Jobs ihnen in der deutschen Verwaltung offen stehen. Der Internetauftritt biete auch Informationen in Fremdsprachen, teilte die Bundesregierung am Donnerstag mit. Ziel sei es, über Erklärungen auf Türkisch, Russisch, Serbisch, Kroatisch, Bosnisch und Englisch auch die Eltern potenzieller Bewerber zu überzeugen, so die dpa.

Interessenten, die die Staatsangehörigkeit eines europäischen Mitgliedstaates (EU-Bürger) oder von Island, Liechtenstein, Norwegen (EWR-Bürger) oder der Schweiz haben, könnten demnach Beamte werden. Insgesamt stehen vier verschiedene Laufbahnen offen: einfacher Dienst, mittlerer Dienst, gehobener Dienst und der höhere Dienst.

Im Angestelltenverhältnis können hingegen Tarifbeschäftigte aller Nationalitäten eingestellt werden, so die Bundesregierung. Allerdings dürften Staatsangehörige anderer Staaten, mit Ausnahme der bereits genannten, eine qualifizierte Berufsausbildung nur dann absolvieren, wenn ihr Aufenthaltstitel sie zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtige.

Bestimmte Aufenthaltstitel beinhalten bereits die Erlaubnis zur Erwerbstätigkeit von Gesetzes wegen, wie zum Beispiel die türkische Staatsangehörigkeit. Das gilt auch für Personen, die als Asylberechtigte anerkannt worden sind. Wer seinen Schulabschluss im Ausland erworben habe, müsse sich diesen jedoch in Deutschland anerkennen lassen, um ins Bewerbungsverfahren eintreten zu können.

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