Lauder: Deutsche Muslime müssen gegen «Scharfmacher» vorgehen

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, verlangt von Muslimen in Deutschland und anderen europäischen Ländern mehr Einsatz gegen Antisemitismus. «Die muslimische Gesellschaft muss dieses Problem in den Griff bekommen, muss sich den Scharfmachern in den eigenen Reihen entgegenstellen», so Lauder. Auch der Staat müsse «klar und bestimmt auftreten».

Die Gesetze in Deutschland gegen Judenhetze beurteilte Lauder als «recht gut». Sie müssten allerdings von Polizei und Justiz auch angewendet werden. «Mit Bildung allein, so wichtig sie auch ist, ist es nicht getan», sagte er mit Blick auf ein Erstarken des Antisemitismus in muslimischen Bevölkerungskreisen.

Die Verbreitung von Judenhass sei in den USA wesentlich geringer als in Europa, sagte der Leiter des Jüdischen Weltkongresses der Tageszeitung «Die Welt» (Montag). «Wenn wir Europa auf das Niveau Amerikas bringen könnten, was den Antisemitismus angeht, dann hätten wir viel erreicht.» Zugleich nannte er Deutschland «ein starkes, ein verantwortungsvolles Land». «Es wird auch diese Herausforderung meistern, da bin ich ganz sicher», sagte Lauder.

Deutschland bleibe «trotz aller gelegentlichen Meinungsverschiedenheiten» eine wichtige Unterstützung für Israel, so Lauder. «Das Wiederaufblühen des Judentums hier in den vergangenen beiden Jahrzehnten ist ein Wunder, und es soll weitergehen», zitiert ihn die KNA.

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