Türkei will ranghohe ägyptische Muslimbrüder aufnehmen

Die Türkei will den unter Druck geratenen ägyptischen Muslimbrüdern im Exil in Katar gegebenenfalls Zuflucht gewähren. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sagte, sein Land werde Aufenthaltsgesuche Fall für Fall prüfen.

Wenn es keinen Hinderungsgrund gebe, seien Muslimbrüder ebenso wie andere ausländische Gäste in der Türkei willkommen, so Recep Tayyip Erdoğan auf dem Rückflug von einem zweitägigen Staatsbesuch in Katar vor Journalisten.

Katar hatte führenden Mitgliedern der islamistischen Muslimbruderschaft nach dem Sturz von Ägyptens Staatspräsident Mohammed Mursi im Juli 2013 Aufenthalt gewährt. Die Gastgeber gerieten in der Folge unter diplomatischen Druck durch Ägypten wie auch Saudi-Arabien und andere Golfstaaten, so die KNA.

Die neue ägyptische Regierung unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi stufte die Muslimbruderschaft als terroristische Vereinigung ein. Medienberichten zufolge kündigten mehrere Muslimbrüder in Katar am Wochenende an, einer Ausweisung durch eine Ausreise zuvorkommen zu wollen.

Anfang April hatten 529 Todesurteile gegen Anhänger der ägyptischen Muslimbrüder für Aufruhr in der Türkei gesorgt. Sozialdemokraten, Konservative und Kurdenpolitiker protestierten gegen das Vorgehen der Justiz (mehr hier). Ende April wandelte ein ägyptisches Gericht 491 der Urteile in erschwerte lebenslange Haftstrafen um. Sowohl Deutschland als auch die Türkei äußerten ihre Bedenken ob der Urteile (mehr hier):  Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz hatten Bundespräsident Gauck und sein damaliger Amtskollege Abdullah Gül die ägyptische Justiz scharf kritisiert.

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