Friedensaktion gegen die Radikalisierung junger Menschen am Freitag in 2000 deutschen Moscheen

Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) ruft am Freitag erstmals zu einer gemeinsamen bundesweiten Aktion gegen Hass und Terrorismus auf. «Wir wollen Extremismus jeglicher Couleur eine Absage erteilen», sagte KRM-Sprecher Ali Kizilkaya am Dienstag in Berlin. Übergriffe auf Moscheen in den vergangenen Wochen hätten viele Muslime beunruhigt.

«Gotteshäuser sind Orte des Friedens, sie gehören besonders geschützt», sagte Kizilkaya. Das gelte für alle Gotteshäuser, ob Kirche, Synagoge oder Moschee. Zum KRM gehören der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), der Islamrat sowie der Verband Islamischer Kulturzentren (VIKZ).

Man hoffe, dass ein Miteinander in Deutschland bei dieser Aktion auch eine positive Signalwirkung auf die Konflikte im Nahen Osten habe. «Wir wollen klarmachen, dass die Terroristen nicht im Namen des Islam sprechen», betonte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek. Junge Terroristen, die sich radikalisierten, seien oft erst kurz zuvor mit dem Islam in Berührung gekommen und selten in den
Gemeinden integriert. In vielen Fällen fehle es ihnen an Perspektive,
Bildung und sozialer Zugehörigkeit.

KRM-Sprecher Kizilkaya rief dazu auf, gemeinsam gegen die Radikalisierung junger Menschen vorzugehen. «Da sind die islamischen Religionsgemeinschaften überfordert.» Hier müssten Gesellschaft und Politik mithelfen, unter anderem durch mehr Präventionsarbeit und mehr Unterstützung für die Jugendarbeit in den muslimischen Gemeinden.

Die bundesweite Aktion ist im Anschluss an das Freitagsgebet in den über 2.000 Moscheen geplant, die einem der vier im KRM vertretenen Verbände angehören. In acht Städten, darunter Berlin, Hamburg, Mölln, Bielefeld, Oldenburg, Frankfurt und Stuttgart, sollen zudem Mahnwachen und Friedenskundgebungen stattfinden. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) sowie die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Aydan Özoguz (SPD), haben laut KRM ihr Kommen angekündigt.

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