«Islamischer Staat» weitet System der Zwangsabgaben aus

Die sunnitische Terrorgruppe «Islamischer Staat» (IS) hat im Irak alle sunnitischen Geschäftsleute mit christlichen oder schiitischen Geschäftspartnern dazu aufgefordert, den Gewinnanteil des nicht-sunnitischen Partners an IS abzuführen. Nicht islamkonforme Waren werden zerstört.

Von der neuen Zwangsabgabe der Terrormiliz berichtete der christliche Pressedienst «Aina» am Dienstagabend unter Berufung auf einen Report des arabischsprachigen irakischen Fernsehsenders «Alsumaria News». Dem Bericht zufolge verfügt IS über eine Liste aller Geschäfte mit christlichen oder schiitischen Partnern. IS habe den sunnitischen Geschäftsleuten eine Frist von zwei Tagen gesetzt, um der Aufforderung nachzukommen. Andernfalls werde der gesamte Gewinn beschlagnahmt.

Wie Aina weiter schreibt, hat IS Zölle für die Einfuhr von Waren in die Ninive-Ebene erlassen. Waren, die als nicht islamkonform angesehen werden, werden demnach beschlagnahmt und zerstört. Kapital erwirtschaftet die Terrormiliz auch im türkischen Grenzgebiet, wo diese zum Beispiel einen Großteil ihres produzierten Benzins absetzt, das sie in den eroberten Raffinerien produzieren. So füllt sich die Terrormiliz mit türkischem Geld die Tasche und profitiert von den hohen Kraftstoffpreisen in der Türkei. Illegales Benzin könne man in grenznähe für fast die Hälfte des normalen Preises erstehen, heißt es (mehr hier).

Schiiten und Sunniten gehen auf die große Spaltung der islamischen Gemeinde (Umma) im 7. Jahrhundert zurück. Anlass war die Ermordung des dritten Nachfolgers Mohammeds, des Kalifen Uthmann. Gegen den vierten Kalifen Ali, den Schwiegersohn des Propheten, erhob sich erfolgreich der Statthalter Syriens, der Gründer der Umayyadendynastie. Die Schiiten sehen sich in der Nachfolge Alis, während die Sunniten als größte Glaubensrichtung im Islam die Legitimation Alis bestreiten. Dem Islam gehört mit über 95 Prozent die große Mehrheit der Bevölkerung im Irak an. Etwa zwei Drittel davon sind Schiiten, ein Drittel Sunniten.

Die Gräueltaten von Dschihadisten gegen Unschuldige haben jüngst eine neue Dimension erreicht. Britische Gotteskriegerinnen haben gleich mehrere Tausend irakische Frauen in die Zwangsprostitution verschleppt. Anschaffen müssen sie in Bordellen im Irak und in Syrien. Betrieben werden die Häuser von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) (mehr hier).

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