Zypern-Konflikt: Neuer Vermittler soll Griechen und Türken einen

Die Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns drehen sich weiter im Kreis. Nun sollen sie nach der Sommerpause intensiviert werden. Die Konfliktparteien haben aber völlig unterschiedliche Vorstellungen über eine Lösung.

Die Verhandlungen zur Überwindung der Teilung Zyperns sollen intensiviert werden. Die jetzige Lage sei «unakzeptabel», erklärte der neue Sondergesandte der Vereinten Nationen, Espen Eide, am Mittwoch in der zyprischen Hauptstadt Nikosia. Sollte es zu einer Einigung kommen, sollen die beiden Volksgruppen in getrennten Volksabstimmungen über die Lösung entscheiden. Darauf hätten sich die beiden Konfliktparteien geeinigt, fügte der Norweger hinzu.

Der frühere norwegische Außenminister hatte sich zuvor rund drei Stunden lang mit den politischen Führern der griechischen und türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Dervis Eroglu, getroffen. Die beiden Politiker werden sich ab Oktober zweimal monatlich treffen, berichtet die dpa.

Diplomaten in Nikosia merkten an, dass sich die beiden Konfliktparteien bereits im Februar auf alle nun genannten Punkte geeinigt hätten. Demnach gebe es wenig Hoffnung auf konkrete Ergebnisse in der nächsten Zeit.

Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die Republik Zypern, deren Regierung den Südteil lenkt, ist seit 2004 EU-Mitglied. Als mögliche Lösung wird eine Föderation zweier Bundesländer mit politisch gleichberechtigten Volksgruppen angestrebt.

Darin besteht aber das bislang unlösbare Problem: Die griechischen Zyprer wollen eine Föderation von zwei Bundesstaaten mit einer starken Zentralregierung. Die türkischen Zyprer streben eine Lösung von zwei Staaten an, die sich in einer losen Konföderation mit einer schwachen Bundesregierung vereinigen.

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