Paukenschlag bei Galatasaray: Präsident kündigt Neuwahlen an

Auf der Generalversammlung von Galatasaray hat Präsident Ünal Aysal sein Präsidentenamt zur Verfügung gestellt. Der Klubboss kündigte für den Oktober Neuwahlen an.

Früher als gedacht könnte die Amtszeit von Galatasaray-Präsident Ünal Aysal zu Ende gehen. Nach der Generalversammlung der hochrangigen Mitglieder der Gelb-Roten am Donnerstag kündigte Aysal bei der nächsten außerordentlichen Generalversammlung zwischen dem 18. und 25. Oktober Neuwahlen an.

In der Tat ist die Gegenwehr innerhalb des Umfelds und des Vereins so groß, dass Aysal die neue Zukunftsausrichtung des Vereins mit u.a. der Ausgliederung der Basketballmannschaften vorerst nicht durchsetzen konnte (GazeteFutobol.de berichtete, nachzulesen hier). Ob der 73-Jährige für das Präsidentenamt nochmals kandidieren wird, ließ er nach der Versammlung offen: „Ich weiß noch nicht, ob ich bei den Wahlen antreten werde. Ich werde mich erst mit meiner Familie und meinen Freunden zusammensetzen.“

„Verschuldung nicht mehr tragbar!“

Bereits am gestrigen Mittwoch verweigerten die meisten Mitglieder Aysal die Unterstützung. Der Vorwurf an den Geschäftsmann: Galatasaray habe die Schulden auch in seiner Amtszeit nie in den Griff bekommen – im Gegenteil: Die Verbindlichkeiten seien weiter gestiegen, wie Aysal in seiner Rede auch zugeben musste: „Ich denke, hier liegen viele Missverständnisse vor. Wir haben nicht vor, irgendwelchen Grundbesitz zu verkaufen, denn sonst hätten wir das bislang schon getan. Doch die Zahlen liegen auf dem Tisch: Auf der einen Seite haben wir unsere Immobilien, auf der anderen Seite haben wir über 300 Millionen Dollar Schulden. Ich weiß nicht, wie lange wir die Verbindlichkeiten noch weiter mit uns tragen können. Ich persönlich möchte das zumindest nicht mehr.“

Weiter erklärte der Klubboss, dass der momentane Schuldenstand nicht mit den Einnahmen aus den sportlichen Erfolgen reduziert werden könne. Nichtsdestotrotz sei Galatasaray stark genug, um zu überleben. „Mit den Einnahmen aus dem Sportsektor können wir unsere Schulden nicht abbezahlen. Das geht nur über den Grundbesitz, den wir bereits haben. In der Zeit der wirtschaftlichen Krise ist Galatasaray aber noch die einzige Mannschaft, die in der Türkei überleben kann. Als wir kamen, betrug der Schuldenstand 328 Millionen Dollar. Im Moment hat sich dieser um weitere zehn Millionen Dollar erhöht.“

Aysal weiter: „Wir brauchen wieder eine gesunde Vertrauensbasis untereinander, denn nur so können wir unsere Projekte verwirklichen. Doch bei so viel organisiertem Protest ist es schwer, irgendetwas zu realisieren. Das kann nur passieren, wenn man den Menschen, die gewählt worden sind, auch vertraut. […] Wir müssen uns schnellstmöglich von den Bank- und Börsenschulden befreien. Unsere Kapitalerhöhung über 70 Millionen Euro ist wegen diversen Spekulationen gescheitert. Ich empfehle eine Basketball A.S. zu gründen. Damit würden wir uns stärken und auch die Marke Galatasaray weiter etablieren. Dass wir den Bereich Basketball verkleinern, ist unmöglich. Im Moment zahlen wir in diese Branche 33 Millionen Lira aus der eigenen Tasche. Das bedeutet, dass wir diesen Sektor stärken müssen.“

Zu guter Letzt äußerte sich Aysal zur Transferpolitik des Vereins und erklärte, dass der Erfolg zwangsweise teure Spielerverpflichtungen mit sich bringe. Allerdings habe man hier bereits einen guten Weg eingeschlagen: „Es wird gesagt, dass wir viel Geld für Transfers ausgeben. Doch für den Erfolg sind Transfers nötig. Bei unserem ersten Trainer (Fatih Terim; Anm. d. Red.) haben wir 120 Millionen Dollar reingesteckt, unter Mancini nur 22. Unter Prandelli waren es dann lediglich 17 Millionen Dollar. Das bedeutet, dass wir bei den Transfers immer weniger ausgeben.“

Unterstützung für die ausgepfiffenen Spieler

Abseits der Generalversammlung hat Ünal Aysal auch zu den sportlichen Belangen der Gelb-Roten Stellung bezogen und über die offizielle Webseite des Vereins eine Stellungnahme veröffentlicht. In dieser brachte Aysal seine Unterstützung für die zuletzt arg gescholtenen Selcuk Inan, Burak Yilmaz und Veysel Sari zum Ausdruck und verurteilte das Verhalten des eigenen Fanlagers sowie die Berichterstattung der türkischen Presse.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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