Weltwirtschaftsforum: Türkei ist eine bedeutende Weltmacht

Der Europa-Direktor des Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, Nicholas Davis, hat die zunehmende Bedeutung der Türkei auf dem internationalen Parkett hervorgehoben. Die Türkei wird im Jahr 2015 Gastgeber des G20-Gipfels sein. Allein dieser Umstand werde das Land enger an die anderen Wirtschaftsnationen heranrücken lassen. Die Türkei habe hier Gelegenheit, maßgeblichen Einfluss auszuüben.

Im Vorfeld der WEF-Sondertagung in Istanbul vom 28. und 29. September erklärte Davis, dass die Türkei zu einem entscheidenden regionalen wie globalen Akteur avanciert sei. In den vergangenen zwölf Jahren hätte man es geschafft, die Wirtschaft erfolgreich zu verändern. Diesen Kurs gelte es beizubehalten und vor allem auf den Unternehmergeist einer jungen Nation zu setzen.

Das Land ist jetzt die sechzehnt größte Volkswirtschaft der Welt und die sechstgrößte in Europa“, zitiert die türkische Zeitung Sabah den Europaleiter. Mittlerweile genieße die Türkei seiner Ansicht nacht internationale Glaubwürdigkeit in Bezug auf die Verwaltung der öffentlichen Finanzen und gelte als Motor für das regionale Wachstum. Die Herausforderung für die Türkei bestünde nun darin, den Wachstumskurs weiter fortzusetzen und gleichzeitig die Abhängikeiten von ausländischem Kapital zu reduzieren. Die Ratingagentur Fitch warnte bereits im vergangenen Jahr, dass die türkische Abhängigkeit von kurzfristigem Auslandskapital ein Risiko für das Land darstelle. Doch aufgrund der stabilen Banken-Strukturen der Türkei sei ein Crash aktuell unwahrscheinlich (mehr hier).

Türkei mit einzigartiger Position in der Region

„Verfährt man auf diese Weise, hat das Land die Möglichkeit, sich eine junge und sehr unternehmerische Bevölkerung zu erschließen. Damit ist die Türkei ein Paradebeispiel für eines der Schlüsselthemen der Veranstaltung, nämlich die Notwendigkeit, eine unternehmerische und integrative Wirtschaft aufzubauen“, so Davis weiter. Mittlerweile sei die Türkei zweifellos zu einem bedeutendem Player auf der globalen Bühne geworden. Geschuldet sei das einem Jahrzehnt mit sehr starkem Wirtschaftswachstum. Gleichzeitig habe sich die Türkei in einer zunehmen volatilen Region eine einzigartige Position verschaffen können. Doch der innertürkische Korruptionsskandal machte das Land zuletzt zum wirtschaftlichen Verlierer des Jahres 2013 (mehr hier).

Im Rahmen des WEF-Treffens werden 500 regionale Führungspersönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft zusammenkommen, um unter dem Titel „Unlocking Resources for Regional Development“ im Wesentlichen über vier Themenschwerpunkte zu diskutieren: Zum einen geht es um die Verschiebung der Energiedynamik. Zum anderen sollen der Einsatz physischer, finanzieller und digitaler Infrastruktur als Wachstumsmotor, der Aufbau integrativens und unternehmerischen Wirtschaftens sowie die Rolle der Türkei im Rahmen des bevorstehenden G20-Gipfels zur Sprache kommen.

G20-Vorsitz: Türkei kann maßgeblich mitgestalten

Der G-20-Vorsitz ab Dezember sei für die Türkei nun eine hervorragende Möglichkeit, die globale Agenda mitzubestimmen, so Nicholas Davis. Gleichzeitig könne das Land engere Kontakte zu einzelnen Mitgliedern knüpfen. Die Türkei käme in den Genuss, die Diskussionen um entscheidende Themen gerade mit Hinblick auf die eigene Wirtschaft maßgeblich mitgestalten zu können. Davis denkt dabei etwa an die türkische Abhängigkeit von ausländischer Energie (mehr hier), aber auch an die Verbesserung der globalen Finanzstabilität, die Reform des internationalen Finanzsystems und den Abbau der Hindernisse für Investitionen in die Infrastruktur.

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