Kermani: Pazifismus im Fall IS wäre verbrecherisch

Der deutsche Schriftsteller Navid Kermani hat die militärische Unterstützung der Kurden im Kampf gegen die islamistischen IS-Truppen verteidigt. Eine pazifistische Position sei in diesem Fall «verheerend, verantwortungslos und in der Konsequenz sogar verbrecherisch», sagt Kermani. «Man opfert Menschen für die Reinheit des eigenen Gewissens.»

Zugleich prangerte der Orientalist und Träger des Joseph-Breitbach-Preises nach einer Recherche-Reise für den «Spiegel» ein Versagen der internationalen Gemeinschaft und ihrer humanitären Hilfe für die Flüchtlinge im Nordirak an.

Die Flüchtlinge müssten zum Teil seit 30 Tagen auf nacktem Boden schlafen und würden statt von Ärzten von der örtlichen Bevölkerung notdürftig versorgt. Die Kurden kümmerten sich auch um nicht-muslimische Minderheiten, so Kermani dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Montag). «Ich sehe auch westliche Helfer, die sich wirklich aufopferungsvoll bemühen. Aber es reicht einfach vorn und hinten nicht», sagte der Schriftsteller. Die angeblich so wichtige «humanitäre Komponente» und die Solidarität mit den verfolgten Christen und Jesiden würden im Westen zwar wortreich eingeklagt, blieben aber faktisch aus.

Weiter sagte Kermani, in wenigen Wochen werde es in der Region ergiebig regnen und bitterkalt. «Bis dahin müssen Notunterkünfte her. Sonst wird es zu Massenerkrankungen und Seuchen kommen», warnte er.

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