Türkei schließt Grenze: Kurden demonstrieren gegen türkische Sicherheitskräfte

Türkische Sicherheitskräfte haben damit begonnen die Grenze in Richtung Syrien erneut zu schließen. Zuvor hatten Hunderttausende die türkische Grenze aus Angst vor der Terrormiliz IS überquert. Dabei kam es vermehrt zu Ausschreitungen mit Anhängern der kurdischen Terrororganisation PKK, die sich mit den Flüchtlingen solidarisierten.

Am Wochenende hatten rund 130.000 syrische Kurden die Grenze zu Türkei überschritten. Sie waren vor dem Vormarsch der IS geflohen und kamen vor allem aus der Stadt Kobane, die bislang als sicher galt. In die Region um Kobane hatten sich während der vergangenen Monate 200.000 Flüchtlinge angesiedelt, die vor den Schrecken des Krieges geflohen waren. Kobane ist eines der größten kurdischen Zentren in der Region.

Ausschreitungen in Grenzregion

Die kriegerischen Ausschreitungen in Grenznähe wurden in den vergangenen Tagen immer intensiver, so die Hurriyet. Nachdem das syrische Militär anfing gegen die IS-Terroristen vorzugehen, kamen bei einem Luftschlag der Regierungstruppen 23 Unschuldige ums Leben, darunter zehn Kinder. Der Angriff konnte die IS nicht daran hindern weitere Raumgewinne zu verbuchen, weswegen zunehmend Menschen aus den kurdischen Gebieten flohen.
Nachdem etliche Kurden versuchten von der Türkei nach Syrien zu gelangen, um sich dort dem bewaffneten Kampf gegen die IS anzuschließen, war es zu Auseinandersetzungen mit türkischen Sicherheitskräften gekommen, so die BBC. Diese hatten nach dem Flüchtlingsansturm des vergangenen Wochenendes begonnen die Grenze wieder zu schließen. Sofort kam es zu Demonstrationen gegen das türkische Vorgehen. Von Seiten der türkischen Polizei kam es auch zum Einsatz von Wasserwerfern. Ernsthaft verletzt wurde wohl niemand. Wie BBC unter Berufung auf das UNHCR am Montag berichtet, sind sieben von neun Zugängen inzwischen wieder dicht. Ob den Flüchtlingen nun eine automatische Abweisung an der Grenze droht, ist jedoch unklar. Unklar scheint auch, ob sich mit der Befreiung der Geiseln nun der offizielle Kurs Ankaras im Kampf gegen den IS ändern wird. Bislang übte sich die türkische Regierung hier eher in Zurückhaltung.
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