PKK: „Grenzenloser Widerstand“ gegen den Islamischen Staat

Die Terrororganisation PKK macht nun auf ganzer Linie gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mobil. Mit grenzenlosem Widerstand soll den IS-Kämpfern Einhalt geboten werden. Gleichzeitig wurde jedoch auch der türkischen Regierung gedroht. Diese gilt der PKK als IS-Unterstützer und müsse jetzt noch schärfer bekämpft werden.

Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hat alle Kurden zum bedingungslosen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufgerufen und die Türkei scharf als IS-Unterstützer kritisiert. «Jetzt ist die Zeit, unsere Ehre zu verteidigen», zitierte die PKK-nahe Agentur Firat am Montag aus einer Mitteilung.

«Der Widerstand sollte keine Grenze kennen.» Den IS-Terroristen werde es nicht gelingen, die von drei Seiten eingeschlossene nordsyrische Stadt Ain al-Arab (Kurdisch: Kobane) einzunehmen, «welche Kräfte auch immer hinter ihnen stehen und wie groß ihre Waffen auch sind», so die dpa.

Die PKK warf der türkischen Regierung vor, den IS zu unterstützen. «Jede Kugel, die von der IS-Verbrecherband auf den Norden Kurdistans abgefeuert wird, ist vom türkischen Staat abgefeuert worden.» Die Kurden sollten «entsprechenden Widerstand leisten».

Auch der Kampf gegen die türkische Regierung solle verschärft werden. «Die Menschen Kurdistans durchlaufen eine entscheidende historische Phase. Mit dem Geist des nationalen Widerstands wird nicht nur Kobane, sondern ganz Kurdistan siegreich sein.»

Die Mitteilung kam von der Union Kurdischer Gemeinschaften (KCK), die von türkischen Behörden als ziviler Arm der PKK eingestuft wird. Die türkische Regierung bemüht sich um einen Friedensprozess mit der PKK.

In der Sicherheitsstrategie der Nato-Staaten spielen die kurdischen Peschmerga-Kämpfer eine herausragende Rolle. Sie bieten dem Verteidigungsbündnis die Möglichkeit der IS etwas entgegenzusetzten, ohne mit eigenen Verbänden in den Konflikt eingreifen zu müssen. Die Bewaffnung der kurdischen Kämpfer führte zu großen Meinungsverschiedenheiten zwischen der Türkei und einigen europäischen Staaten. Ankara fürchtet zurecht, dass die Bewaffnung kurdischer Peschmerga den Jahrzehnte langen Abspaltungsprozess der Kurden vorantreiben könnte. Doch auch die Kurden sind untereinander zerstritten was ihr Zukunft anbelangt (mehr hier).

Die Türkei zeigte sich zuletzt irritiert über die geplanten deutschen Waffenlieferungen an die Kurden: Nach Ansicht Ankaras könnten die Waffen in die Hände der immer noch als Terror-Organisation eingestuften PKK gelangen. Die Türkei stoppte Ende August vorübergehend drei Transall-Flugzeuge auf ihrem Flug in den Nordirak. Die Türken wollten die Maschinen nicht auf dem Nato-Stützpunkt in Incirlik haben (mehr hier).

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