Deal mit der IS: Türkische Geiseln kommen durch Austausch frei

Drei Tage nach ihrer überraschenden Freilassung scheint klar, durch welche Umstände die 49 türkischen Geiseln von Mossul frei kommen konnten. Statt einer Lösegeldzahlung soll ein Gefangenenaustausch stattgefunden haben. Offenbar gab es eine Übereinkunft mit einer syrischen Rebellengruppe, die IS-Anhänger in ihrer Gewalt hatte.

Die 49 Geiseln aus dem türkischen Konsulat in Mossul sind einem Bericht der Zeitung «Hürriyet» zufolge durch einen Austausch von Gefangenen mit der Terrormiliz IS freigekommen. Das Blatt berichtete am Dienstag unter Berufung auf eine ungenannte
Quelle, die syrische Rebellengruppe Liwa al-Tauhid habe im Gegenzug 50 Angehörige des Islamischen Staates freigelassen. Darunter sei neben Kämpfern auch die Familie eines im Februar im syrischen Aleppo getöteten IS-Kommandeurs namens Hadschi Bakr gewesen.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte nach der Freilassung der Geiseln betont, es sei kein Lösegeld geflossen. Er hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag aber auch gesagt: «Ob es einen Austausch gab oder nicht, alle unsere 49 Bürger und Beamte sind in die Türkei zurückgekehrt.»

IS-Kämpfer hatten das türkische Konsulat im nordirakischen Mossul am 11. Juni gestürmt und 46 Türken und drei irakische Mitarbeiter der Vertretung in ihre Gewalt gebracht. Die Extremisten hatten die Geiseln am Samstag an der syrischen Grenze an die Türkei übergeben.

Liwa al-Tauhid operiert in Aleppo. Die Gruppe gehört zu einer breiteren Koalition islamischer Gruppen, die gegen das Regime von Baschar al-Assad kämpft, aber mit dem IS verfeindet ist.

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