Militäreinsatz gegen IS: Mehrheit der Türken ist dafür

Eine Mehrheit der Türken spricht sich für die Beteiligung ihres Landes an einer internationalen Militäroperation gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus. In einer Umfrage gaben 52 Prozent der Befragten an, sie hätten für eine Teilnahme votiert, so das Meinungsforschungsinstitut Metropoll. Erst vor kurzem wurde deutlich, in welchem Umfang IS auch in der Türkei rekrutiert.

Der Umfrage zufolge ist knapp ein Drittel (29,9 Prozent) gegen einen Militäreinsatz. Etwas mehr als die Hälfte aller Befragten (52,7 Prozent) befürchtet Terroranschläge islamistischer Gruppen in der Türkei. Ein gutes Viertel (27,3 Prozent) geht nicht von solchen Anschlägen aus.

Aus der Umfrage von Metropoll geht weiter hervor, dass nur 1,3 Prozent der Befragten Sympathie für IS geäußert haben. 93,6 Prozent hätten dagegen angegeben, keinerlei Sympathie für die Gruppe zu hegen. 79,8 Prozent betrachteten IS als terroristische Vereinigung – im Juni hatten noch 70,7 Prozent der Befragten die Gruppe als terroristisch eingestuft. 52,6 Prozent gehen laut Umfrage davon aus, dass IS Kämpfer in der Türkei rekrutiert. 1,9 Prozent der Befragten gaben an, dass sie jemanden kennen, der im Irak oder in Syrien für IS kämpft, so die dpa.

Die Zustimmung zu einer Beteiligung an einer Militäroperation lag bei Anhängern der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP mit 47 Prozent unter dem Durchschnitt. Metropoll befragte vergangene Woche nach eigenen Angaben 1876 Menschen. Türkische Medien berichteten am Freitag über die Umfrage.

Bis zu 1000 Türken hätten sich bislang der Extremistengruppe angeschlossen, berichtete die «New York Times» vor einiger Zeit unter anderem unter Berufung auf türkische Regierungsangaben. Anziehungspunkte seien sowohl die Ideologie der Miliz als auch die Bezahlung. Das Blatt berichtete von einem 27-jährigen Türken, der nach einer 15-tägigen Basisausbildung im syrischen Al-Rakka einer Kampfeinheit zugewiesen wurde. Er habe bereits zwei Männer erschossen und an einer öffentlichen Hinrichtung teilgenommen. Erst als er einen Mann lebendig begraben hatte, sei er als Vollmitglied der Miliz aufgenommen worden, sagte der ehemalige Drogenabhängige der Zeitung (mehr hier).

Die Vereinigten Staate wollen eine «globale Kampagne» im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat führen. IS stelle eine Gefahr für uns alle dar, so US-Außenminister John Kerry am Freitag vergangener Woche bei einer Sondersitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Merkel verteidigte unterdessen das deutsche Nein Luftschlägen gegen Islamisten (mehr hier).

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