Bedrohung durch IS: Erdoğan will Sicherheits- und Flugverbotszone in Syrien

Nach der Befreiung von insgesamt 46 türkischen Geiseln aus den Fängen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schlägt Präsident Recept Tayyip Erdoğan nun härtere Töne an. Er verlangt nicht nur eine Sicherheits- und Flugverbotszone in Syrien. Er kündigte außerdem an, dass diese Brutalitäten von der Türkei nicht akzeptiert werden.

Angesichts des Vormarschs der Terrormiliz IS in Syrien hat sich der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan für die Schaffung einer «Sicherheitszone» im Nachbarland ausgesprochen. Erdoğan forderte am Freitag in Istanbul nach seiner Rückkehr von der UN-Vollversammlung außerdem erneut eine Flugverbotszone in Syrien. Zu Einzelheiten wolle er erst nach Diskussionen mit der Regierung öffentlich Stellung nehmen, sagte er. Das Parlament in Ankara werde am kommenden Donnerstag über eine mögliche Unterstützung einer internationalen Militäroperation gegen den IS durch die Türkei beraten.

«Diese Brutalitäten, die nichts mit unserer Religion zu tun haben, können nicht akzeptiert werden», sagte Erdoğan mit Blick auf die Terrormiliz. «Als Muslime werden wir unternehmen, was immer notwendig ist. Wir können dabei nicht zuschauen, besonders, wenn die christliche Welt sich beteiligt», zitiert ihn die dpa.

Erdoğan sagte, die Befreiung von 46 Türken aus IS-Geiselhaft am Samstag vergangener Woche habe die Lage für sein Land verändert. «Von nun an wird alles anders sein.» (mehr hier). Erdoğan hatte nach der Freilassung der Geiseln eine Unterstützung der Türkei für eine internationale Militäroperation gegen IS nicht mehr ausgeschlossen.

Eine Mehrheit der Türken spricht sich für die Beteiligung ihres Landes an einer internationalen Militäroperation gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus. In einer Umfrage gaben 52 Prozent der Befragten an, sie hätten für eine Teilnahme votiert, so das Meinungsforschungsinstitut Metropoll (mehr hier).

Die Vereinigten Staate wollen eine «globale Kampagne» im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat führen. IS stelle eine Gefahr für uns alle dar, so US-Außenminister John Kerry am Freitag vergangener Woche bei einer Sondersitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Merkel verteidigte unterdessen das deutsche Nein Luftschlägen gegen Islamisten (mehr hier).

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