Vorwurf: Die Türkei lügt bei den syrischen Flüchtlings-Zahlen

Statt 144.000 seien nur 15.000 bis 20.000 Flüchtlinge aus Syrien in die Türkei gekommen sein. Die Türkei wolle mit dem Aufblasen der Flüchtlingszahl ihrem Plan Vorschub leisten, die ihr unliebsamen autonomen Kurdengebiete in Syrien zu menschenleeren "Pufferzonen" zu erklären, heißt es in Medienberichten.

Die Türkei hat einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» («FAS») zufolge Angaben zur Zahl kurdischer Flüchtlinge aus Syrien stark übertrieben. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR widerspricht dem Bericht jedoch.

Statt 144 000 seien nur 15 000 bis 20 000 Menschen gekommen, zitierte die «FAS» die Bürgermeisterin der türkischen Grenzstadt Suruc, Zühal Ekmez. Aus politischen Gründen werde die Zahl weit übertrieben. Das UNHCR habe die Angaben türkischer Behörden offenbar ungeprüft übernommen. Die Türkei wolle mit dem Aufblasen der Flüchtlingszahl ihrem Plan Vorschub leisten, die ihr unliebsamen autonomen Kurdengebiete in Syrien zu menschenleeren «Pufferzonen» zu erklären.

Dagegen erklärte UNHCR-Sprecherin Selin Unal der Deutschen Presse-Agentur, es gebe keinen Grund zu der Annahme, dass die Größenordnung der türkischen Angaben falsch sei. «Wir sind an der Grenze. Ich war persönlich für vier Tage da», sagte Unal. «Wir beobachten das, und die Zahl kann nicht bei nur 15 000 in der vergangenen Woche liegen.» Und der Strom an Menschen sei nicht abgerissen.

Am Donnerstag hatte das UNHCR unter Berufung auf türkische Angaben von mehr als 144 000 Flüchtlingen aus der syrischen Region Ain Al-Arab (kurdisch: Kobane) in der Türkei gesprochen. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sprach am Freitag sogar von mehr als 160 000 Flüchtlingen.

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