Deutschland warnt vor Reisen in den Süd-Osten der Türkei

Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für die Türkei aktualisiert. Angesichts der angespannten Situation wird Bundesbürgern dringend empfohlen, sich nicht in der Nähe der türkisch-syrischen Grenze und in grenznahen Ortschaften aufzuhalten. Insbesondere sollen türkisch-syrische Grenzanlagen gemieden werden.

Das Auswärtige Amt warnt vor IS-Terror gegen Deutsche. Die Behörde hat jüngst seine Sicherheitswarnungen für Türkeireisende verschärft. Den Bundesbürgern wird dringend angeraten, das kritische Grenzgebiet zu Syrien zu meiden. Insgesamt wurden nun die Reisehinweise für ganze 38 Staaten auf den neuesten Stand gebracht.

Aktuell weist das Auswärtige Amt darauf hin:

„In der Nähe der syrischen Stadt Kobani/Ain al-Arab und an anderen Orten gingen in letzter Zeit wiederholt Granaten aus Syrien auf türkischem Gebiet nieder. Bei der Explosion einer Autobombe an dem türkisch-syrischen Grenzübergang Öncüpinar (Provinz Kilis) sind am 27. Februar 2014 mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.“

Bereits am 20. Januar 2014 seien am syrisch-türkischen Grenzübergang Bab al-Hawa zwei Autobomben explodiert. Diese hätte mindestens 16 Menschenleben gekostet. Der Anschlag habe auf der syrischen Seite des Grenzübergangs stattgefunden.

Nochmals weist die Behörde darauf hin, auch Demonstrationen in türkischen Metropolen zu meiden. So sei es bei vor allem in Istanbul, Ankara und Izmir stattfindenden Demonstrationen zum Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern, Festnahmen und Verkehrsbehinderungen gekommen. „Reisende werden gebeten, sich von Demonstrationen und Menschenansammlungen fernzuhalten und Vorsicht walten zu lassen.“ Reisende sollten sich umsichtig verhalten und die mediale Berichterstattung aufmerksam verfolgen.

Die Sicherheitsvorkehrungen befänden sich landesweit jedoch auf hohem Niveau. Angesichts von Anschlägen militanter Gruppierungen in der Vergangenheit auch gegen nicht-militärische Ziele müsse in allen Teilen der Türkei aber weiterhin grundsätzlich von einer terroristischen Gefährdung ausgegangen werden.

Überdies existiert von Seiten der deutschen Behörden ein weltweiter Sicherheitshinweis. Darin heißt es aktuell: „Die weltweite Gefahr terroristischer Anschläge und Entführungen besteht fort.“ Vorrangige Anschlagsziele seien Orte mit Symbolcharakter. Dazu zählten Regierungs- und Verwaltungsgebäude, Verkehrsinfrastruktur (insb. Flugzeuge, Bahnen, Schiffe), Wirtschafts- und Tourismuszentren, Hotels, Märkte, religiöse Versammlungsstätten sowie generell größere Menschenansammlungen. Es käme unter anderem zu Sprengstoffanschlägen, Angriffen mit Schusswaffen, Entführungen und Geiselnahmen.

Die US-Bombardements gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien haben die Lage auch im türkischen Nachbarstaat deutlich verschärft. Zuletzt warnte auch die US-Botschaft in Ankara vor möglichen Anschlägen im Land. Die US-Behörden rieten, vor allem im Osten und Südosten der Türkei besondere Vorsicht walten zu lassen. Konkrete Gefahrenhinweise gebe es aber nicht, so die US-Amerikaner.

Insgesamt gab das Auswärtige Amt bis Freitagabend aktualisierte Reisehinweise für 38 Staaten in Nahost, Afrika und Asien heraus. Hierzu heißt es:

„Die  terroristische Organisation ISIS, die sich selbst auch ‚Islamischer Staat‘ nennt, hat mit Anschlägen auf die Interessen westlicher Länder gedroht. Es ist nicht auszuschließen, dass aufgrund dieser Drohung westliche Ausländer auch im Ausland Ziel terroristischer Gewaltakte, von Entführungen und von kriminellen Übergriffen durch ISIS-Sympathisanten werden können. Erhöhte Anschlags- und Entführungsrisiken bestehen u.a. an Orten, an denen regelmäßig westliche Staatsangehörige verkehren.“

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