Deutsch-Türkische „Hells Angels“ bedrohen Bürger in Bielefeld

Mitglieder der Hells Angels MC Nomads Turkey sollen in Bielefeld für Angst und Schrecken sorgen. Zuletzt sei ein hiesiger Gemüsehändler ins Visier der Rocker geraten. Unter Gewaltandrohung habe man ihm erklärt, dass er den einstigen Chef der türkischen Rocker Rezan C. nicht mehr ins Geschäft lassen dürfe. Es soll sogar einen Mordbefehl gegen den Ausgestoßenen geben.

Vor wenigen Tagen soll ein Bielefelder Gemüsehändler von rund 30 Rockern aufgesucht worden sein. Diese sollen der Kleidung nach den Hells Angels MC Nomads Turkey angehört haben. Die Besucher drohten dem Geschäftsmann Gewalt an, sollte er den im August dieses Jahres ausgestoßenen Rezan C. in seine Räumlichkeiten einlassen. Der Besuch ist offenbar aber nur die Spitze des Eisbergs.

„Viele Bürger der nordrhein-westfälischen Stadt haben Angst. Sie gehorchen und beugen sich dem Druck der Hells Angels. Offizielle Warnungen der Polizei bleiben bislang aus“, heißt es hierzu in einem Bericht des Blogs Südafrika – Land der Kontraste. Die Redaktion hatte exklusiv von einem Insider erfahren, dass Necati „Neco“ A., der aktuelle Präsident des Hells Angels MC Nomads Turkey, sogar einen Mordbefehl gegen den Ex-Rocker Rezan C. erteilt haben soll. Davon berichtet aktuell auch der Rocker-Blog. Nur aufgrund der medialen Berichterstattung sei dieser ausgesetzt worden. Mittlerweile seien offenbar auch Familienangehörige des Kurden mit dem Tod beroht worden.

Rezan C. hatte vor einigen Wochen Flagge gezeigt, so das Blatt. Er habe sich für die Kurden eingesetzt und gegen die Terrormiliz ISIS Stellung bezogen. Darauf hin erhielt er den „Vogelfrei-Status“ (mehr hier). Doch der Betroffene setzte sich zur Wehr und gab an, dass sein Rauswurf unbegründet gewesen sei.

„Seit Mitte September 2014, nachdem es um Rezan C. weitgehend ruhig geworden ist, sind nun bis zu dreißig türkische Rocker nahezu täglich auf der Suche nach dem Verstoßenen“, so die Redaktion. Bei den Personen handle es sich ihr zufolge mehrheitlich um Supporter, die von einem kurdischen Member der Hells Angels Turkey angeführt würden. Mit einer Art Einschüchterungsstrategie soll Rezan C. „isoliert“ werden. Ziel sei auch, auf diesem Weg weitere Personen gegen ihn aufzubringen. Der bedrohte Gemüsehändler sei da nur einer unter vielen gewesen, die aus Angst vor Rache nun Folge leisten. Zudem sollen Gerüchte um Geldschulden in Umlauf gebracht worden sein.

Die Atmosphäre wird immer bedrohlicher: Die kurdische Gemeinschaft in NRW sei  alarmiert und eine Truppe von gut 40 Mann sei bereit, falls es tatsächlich zu einer körperlichen Auseinandersetzung kommen sollte. Eine Kooperation mit der Polizei werde jedoch grundsätzlich abgelehnt, so der Blog. Auf der anderen Seite soll Neco deutschlandweit junge Türkischstämmige rekrutieren. Auf Anfrage der Redaktion habe auch das Landeskriminalamt NRW mitgeteilt, dass „im Zusammenhang mit Expansionsbestrebungen der Outlaw Motorcycle Gangs immer wieder Aktivitäten zur Rekrutierung neuer Mitglieder bekannt geworden sind, die in Ausmaß und Umfang Schwankungen unterliegen.“ Zu den aktuellen Bestrebungen hätte man aber keine gesicherten Erkenntnisse.

Wie gefährlich die Rocker sind zeigen die Ermittlungen gegen Frank Hanebuth, der ehemalige Rockerchef soll für einen Bombenanschlag in Bayern verantwortlich sein, berichtet die Tagesschau. Aus diesen Gründen sind die Rocker in der Öffentlichkeit ungern gesehen. Auch Moscheen verbieten den Clubmitgliedern mittlerweile den Zugang (mehr hier).

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