25 Kinder erkranken im Türkei-Urlaub an schwerem Magen-Darm-Infekt

Die schönste Zeit des Jahres wurde für mindestens 25 britische Kinder zu einem einschneidenden Erlebnis. Statt einen tollen Urlaub in der Türkei zu verleben, mussten sie mit heftigen Magen-Darm-Beschwerden das Bett hüten. Einige landeten sogar im Krankenhaus. Sechs Familien haben mittlerweile rechtliche Schritte gegen den Reiseveranstalter und das Hotel eingeleitet.

Mindestens 25 Kinder soll ihr Urlaub im türkischen Ferienort Dalaman direkt ins Krankbett oder schlimmer sogar ins Krankenhaus befördert haben. Angeblich litten die Kleinen unter schwerer Übelkeit und Durchfall. Nun wollen einige Familien Thomas Cook und das Hotel Marmaris Palace zur Rechenschaft ziehen.

Bei der türkischen Anlage handelt es sich um ein Vier-Sterne-Resort. Doch für die Familien entwickelte sich die Luxus-Herberger offenbar zum regelrechten Alptraum, so die britische Zeitung Daily Mail. Das Blatt berichtet unter anderem von Matthew David aus Manchester, der mit seiner Frau und seinen beiden drei und sechs Jahre alten Kindern in den türkischen Badeort gekommen war. Zwei Wochen wollte die Familie bleiben. Doch nach fünf Tagen begannen sich die Kleinen unwohl zu fühlen.

Zunächst hätten die Eltern an einen gewöhnlichen Magen-Darm-Infekt geglaubt, wie man ihn häufiger im Urlaub bekommen würde. Die darauffolgenden Tage habe man mit den beiden Kindern auf dem Zimmer verbracht. Doch es sei schlimmer geworden und die Kinder am Ende ernsthaft erkrankt. Der Hotelarzt habe schließlich einen hiesigen Arzt gerufen, der die Kinder mit seinem eigenen Fahrzeug in ein Krankenhaus befördert hätte. Die Kinder seien dort sofort aufgenommen und ihnen eine Infusionen angelegt worden. Die anschließende Rechnung hatte es in sich: Jeweils 300 Pfund sollen für den Arzt und das Krankenhaus sowie 80 Pfund für Medikamente fällig geworden sein.

Wieder aus dem Krankenhaus entlassen, habe der Urlaub dann aber doch abgebrochen werden müssen. Ein Thomas Cook-Mitarbeiter vor Ort habe ihnen Rückflüge für je 200 Pfund arrangiert. Die Fahrt zum Flughafen hätte die Familie jedoch selbst organisieren müssen.

Wie das Ehepaar erfahren haben will, soll es noch 25 weitere Fälle dieser Art gegeben haben. Alle Kinder hätten dieselben Symptome gezeigt. Dennoch sei der Hotelbetrieb normal weitergelaufen. Es seien keine Pools oder Restaurants geschlossen worden, so das Blatt. Nun stünde die Davids mit fünf anderen Familien in Kontakt. Gemeinsam habe man juristische Schritte gegen den Reiseveranstalter und das Hotel eingeleitet. Sie wollen erwirken, dass Reiseveranstalter und Hotelmanagement eine umfassende Untersuchung der Lebensmittel-und Hygienestandards im Marmaris Palace durchführen, um die Quelle der Krankheit zu identifizieren und weitere Ausbrüche zu verhindern.

Mittlerweile hat sich auch ein Sprecher von Thomas Cook zu Wort gemeldet. Auch er berichtete von einer kleinen Anzahl von Gästen, die unter Magenverstimmungen gelitten, diese aber nach 24 bis 48 Stunden überwunden hätten. Den Vorwurf, die Familie Davids nicht ausreichend unterstützt zu haben, weißt Thomas Cook jedoch von sich. Falls es von Seiten der Kunden nun Bedenken bezüglich eines Urlaubs dort geben sollte, bitte man darum, sie direkt zu kontaktieren.

Auch in Side gab es in diesem Sommer eine Krankeitswelle unter Urlaubern. Wie RTL berichtete, führte ein Problem mit einer Abwasserpumpe nicht nur zu einem ziemlich strengen Geruch, sondern offenbar auch zu Unwohlsein unter den Touristen. „Nachdem etliche Urlauber im Ferienort Side krank wurden, hatten sie sofort den stinkenden, braunen Fluss und die darin enthaltenen Rohre in der Nähe ihres Hotels im Verdacht“, heißt es. Ein Reiseleiter habe den Vorwurf jedoch abgewunken, dass von dem braunen Fluss Abwasser ins Meer fließe und die Menschen krank mache.

Der Sender riet allen Urlaubern, die noch vor hatten in den Ort zu reisen, ihren Reiseveranstalter um eine Stellungnahme zu einer möglichen Gefährdung zu bitten. Außerdem sollte für die Antwort eine Frist gesetzt werden. „Im Zweifel sollte ein Umbuchen mit Hilfe des Veranstalters möglich sein“, heißt es.

Die Türkei ist das sechstbeliebteste touristischen Reiseziele der Welt. Das Land
konnte ihre Zahl internationaler touristischer Ankünfte im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 36 Millionen steigern. 6,7 Prozent aller touristischen Reisen der Welt gehen somit an die Türkei (mehr hier).

Dies ist der sechsthöchste Wert von allen Ländern hinter Frankreich, den USA, China, Spanien und Italien. Mit Einnahmen von 26 Milliarden US-Dollar liegt die Türkei auf Platz 11 der profitabelsten touristischen Länder hinter Großbritannien (Platz 8) Hong Kong (Platz 9) und Australien (Platz 10). Dies entspricht nach Angaben der Welttourismusorganisation (UNWTO) einem Anteil in Höhe von 5,6 Prozent der weltweiten Tourismuseinnahmen.

Besonders beliebt ist die Stadt Antalya im Südteil der Türkei. Alleine auf sie entfiel mit 12 Millionen ein Drittel der Anreisen. Unter ihnen sind drei Millionen Russen und zwei Millionen Deutsche.

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