Mausoleum von Süleyman Shah in Gefahr durch Krieg an türkisch-syrischer Grenze

Das Mausoleum von Süleyman Shah, in dem die Türken den Großvater des ersten osmanischen Sultans sehen, liegt innerhalb Syriens auf türkischem Hoheitsgebiet rund 30 Kilometer südlich der zwischen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und kurdischen Einheiten umkämpften Grenzstadt Kobane. Präsident Erdoğan hält an der Bewachung des Gelände durch türkische Soldaten fest und sagte, ein Angriff auf das Gelände werde als Angriff auf die Türkei gewertet.

Das Mausoleum von Süleyman Shah, in dem die Türken den Großvater des ersten osmanischen Sultans sehen, liegt innerhalb Syriens auf türkischem Hoheitsgebiet. Nach unterschiedlichen Angaben bewachen zwischen 24 und 36 türkische Soldaten das Gelände.

Nach der Zerschlagung des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg zogen Frankreich und Großbritannien die Grenzen im Nahen Osten neu. Das Reich – aus dem 1923 die türkische Republik hervorgehen sollte – verlor einen Großteil seiner Gebiete. Das Gelände mit dem Grab von Süleyman Shah fiel unter französische Kontrolle, so die dpa. Es blieb jedoch nach einer französisch-türkischen Vereinbarung von 1921 türkisches Hoheitsgebiet. Das Abkommen erlaubt der Türkei außerdem eine militärische Präsenz zum Schutz des Grabes.

Das Mausoleum wurde 1973 von seinem ursprünglichen Ort in Kalaat Dschabar am Ufer des Euphrat-Flusses weiter in den Norden Syriens verlegt. Grund war die Errichtung eines Staudamms. Das Grab befindet sich seitdem rund 30 Kilometer südlich der zwischen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und kurdischen Einheiten umkämpften Grenzstadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab). Trotz des syrischen Bürgerkriegs, der 2011 begonnen hatte, hielt die Türkei an der militärischen Präsenz fest.

Als 2012 erstmals in der Nähe des Mausoleums gekämpft wurde, warnte der damalige türkische Ministerpräsident und heutige Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan die Konfliktparteien vor einem Angriff auf das Gelände. Im März 2014 forderte der IS die Türkei dazu auf, ihre Soldaten innerhalb von drei Tagen vom Mausoleum abzuziehen. Die damalige Regierung in Ankara lehnte das ab. Erdoğan sagte, ein Angriff auf das Gelände werde als Angriff auf die Türkei gewertet.

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