US-Profi-Liga NFL: Muslimischer Spieler für Gebet auf Spielfeld abgestraft

Der US-Football-Spieler Husain Abdullah hat nach Ansicht der Schiedsrichter in der US-amerikanischen Profi-Liga NFL seiner Freude auf unpassende Weise Ausdruck verliehen. Nach einem Touchdown kniete der Muslim nieder, um kurz zu beten. Er wurde bestraft und löste damit eine landesweite Diskussion aus.

Abdullah ist Profi bei den Kansas City Chiefs. Im vierten Viertel der NFL-Partie gegen die New England Patriots gelang ihm vor einigen Tagen nun der zweite Touchdown in seiner Karriere. Seine Freude kam aber offenbar gar nicht gut an. Die Schiedsrichter hielten sein Gebet für unangemessen und straften den jungen Mann ab.

Die von den Schiedsrichtern als unsportlich bezeichnete Aktion des 29-jährigen Muslim dauerte nur wenige Sekunden. Er rutschte auf seinen Knien, senkte dann seinen Kopf und blieb kurz in dieser Position, berichtet USA Today. Dafür sei ihm eine 15-Yard-Strafe aufgebrummt worden. Das bedeutet einen Raumverlust, den im Endeffekt sein gesamtes Team beim nächsten Angriff zu tragen hatte. Gewonnen hatte die Mannschaft im mit 76.416 Fans besetzten Arrowhead Stadium dennoch locker mit 41:14.

Das Problem: Eigentlich ist exzessiver Jubel in der NFL untersagt. Unter diese Regelung fällt auch das „Auf-den-Boden-gehen“ („Going to the ground“). Ist das jedoch Teil einer religiösen Bekundung, gibt es eine Ausnahme.

Abdullahs Agent reagierte wütend auf die Entscheidung der Schiedsrichter und ließ auf Twitter verlauten, dass man eine eventuelle Geldstrafe nicht akzeptieren werde:

Völlig hinter ihm stand in dieser Sache übrigens der ehemalige NFL-Schiedsrichter Mike Pereira. Der stellte bereits vergangenes Jahr klar:

Bei christlichen Jubelbekundungen zeigten sich die Schiedsrichter in der Vergangenheit nämlich wesentlich toleranter. Die Gesten des bekennenden Christen und Quarterback Tim Tebow von den Denver Broncos wurden im Gegenteil sogar als vorbildlich angesehen. Kein Wunder, dass der NFL nun Doppelmoral in dieser Frage vorgeworfen werde, so das Blatt weiter.

Mittlerweile meldete sich auch die NFL zu Wort und beendete die Spekulationen, ob Abdullah für das Rutschen auf den Knien oder sein Gebet bestraft worden war. Vize-Präsident Michael Signora erklärte, dass die Strafe für Abdullah, der seit 2008 in der NFL spielt, ein Fehler gewesen wäre:

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