PKK-Führer Öcalan droht der Türkei: Ein Massaker in Kobane wird den Friedensprozess beenden

Der Konflikt in Syrien könnte jetzt auch die Friedensverhandlungen der Türkei mit der Terrororganisation PKK ins Wanken bringen. Der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan hat einen Warnschuss gen Ankara gerichtet. Kommt es zu einem IS-Massaker in Kobane, sind sämtliche Gespräche mit der türkischen Regierung hinfällig.

PKK-Chef Abdullah Öcalan hat im Fall eines Massakers durch die Terrormiliz IS in Kobane vor einem erneuten Aufflammen des bewaffneten Konflikts mit der türkischen Regierung gewarnt. Der Chef der Terrororganisation PKK rief zum Schutz der syrisch-kurdischen Stadt auf. Das ging aus einer von der pro-kurdischen Partei HDP am Donnerstag veröffentlichten Erklärung hervor. Ein Massaker in Kobane werde den Friedensprozess mit Ankara beenden, hieß es. Öcalan forderte die Regierung auf, umgehend konkrete Verhandlungen mit der PKK zu beginnen.

In der syrischen Grenzstadt Kobane (arabisch: Ain Al-Arab) kämpfen kurdische Volksschutzeinheiten gegen die vorrückende Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Volksschutzeinheiten in Syrien sind mit der PKK in der Türkei verbunden. Die PKK hat der Türkei vorgeworfen, die Terrormiliz zu unterstützen. Im März vergangenen Jahres hatte die PKK einen Waffenstillstand im Kampf gegen die Regierung ausgerufen.

Eine HDP-Delegation hatte den inhaftierten PKK-Chef am Mittwoch auf der Gefängnisinsel Imrali besucht, so die dpa. Das türkische Parlament will noch am Donnerstag über eine Resolution entscheiden, die der Regierung die Entsendung von Soldaten nach Syrien und in den Irak erlaubt.

Vor gut einer Woche verkündete die PKK, nun auf ganzer Linie gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mobil zu machen. Mit grenzenlosem Widerstand soll den IS-Kämpfern Einhalt geboten werden (mehr hier).

In der Sicherheitsstrategie der Nato-Staaten spielen die kurdischen Peschmerga-Kämpfer eine herausragende Rolle. Sie bieten dem Verteidigungsbündnis die Möglichkeit der IS etwas entgegenzusetzten, ohne mit eigenen Verbänden in den Konflikt eingreifen zu müssen. Die Bewaffnung der kurdischen Kämpfer führte zu großen Meinungsverschiedenheiten zwischen der Türkei und einigen europäischen Staaten. Ankara fürchtet zurecht, dass die Bewaffnung kurdischer Peschmerga den Jahrzehnte langen Abspaltungsprozess der Kurden vorantreiben könnte. Doch auch die Kurden sind untereinander zerstritten was ihr Zukunft anbelangt (mehr hier).

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