Abdullah Kigili: Harsche Worte gegen Aziz Yildirim

Gegenüber dem türkischen Boulevardblatt Hürriyet, hat sich Fenerbahces Ex-Vizepräsident Abdullah Kigili zu seinem Rücktritt geäußert und dabei über die absolutistische Herrschaft Aziz Yildirims bei den "Kanarien" geklagt.

Diese Entscheidung war eine große Überraschung für alle Fenerbahce-Fans: Anfang September legte der allseits beliebe Club-Vizepräsident Abdullah Kigili sein Amt bei den Gelb-Marineblauen nieder. Der Hauptbeweggrund für diese Entscheidung war damals schon Präsident Aziz Yildirim, dessen Vereinsführung so langsam an eine absolutistische Monarchie erinnert. Der 61-Jährige hatte sich zu sehr in die Angelegenheiten des 71-jährigen Kigili eingemischt, so dass dieser sich zum Rücktritt gezwungen sah. Gegenüber dem türkischen Boulevardblatt Hürriyet, hat der ehemalige Vize der „Kanarien“ nun ausgepackt.

„Aziz Yildirim ist der Trainer von Fenerbahce!“

In einem Interview mit dem Journalisten Adnan Aybaba, hat Kigili harte Worte in Richtung Aziz Yildirim geschossen. Dem 71-jährigen Geschäftsmann zufolge, soll Yildirim sich in jegliche Angelegenheiten des Vereines einmischen und sich persönlich darum kümmern. Offenbar muss sich der Einfluss des Vereinspräsidenten bis auf den Platz bemerkbar machen. Eine Frage die über Neuzugang Diego Ribas handelte, beantwortete Kigili mit den Worten: „Der Präsident ist ohnehin auch Trainer bei diesem Verein“.

Auch in seinen Kompetenzbereich muss der gelernte Bauunternehmer immer stärker dazwischengefunkt haben. „Ich war bei Fenerbahce einzig und allein für FENERIUM zuständig und in sechs Jahren Amtszeit hat sich auch kein Mensch in diesen Bereich eingemischt. Eines Tages hat er (Aziz Yildirim; Anm. d. Red.) allerdings damit angefangen, sodass ich ihm gesagt habe dass wenn dem so sei, er auch diese Arbeit alleine weiterführen soll. Anscheinend haben wir das vergessen, was wir ursprünglich getan haben“.

Aziz Yildirim – Größenwahn oder Genie?

Kaum eine Personalie polarisiert den türkischen Fußball so sehr, wie die des Clubbosses der Gelb-Marineblauen. Abgesehen von den großen wirtschaftlichen und sportlichen Erfolgen die der komplette Club Fenerbahce in seiner Amtszeit als Präsident eingefahren hat und davon dass er auch nicht zu unrecht als „Vater des Vereins“ betitelt wird, wird erkennbar, dass Yildirim vor allem seit dem Manipulationsskandal von 2011, den Verein mit immer härterer Hand regiert. Wer sich vor dem 61-Jährigen querstellt oder seiner Meinung widerspricht, scheint wohl recht schnell (mehr oder weniger freiwillig) den Verein zu verlassen. Beim Rücktritt von Meistertrainer Ersun Yanal oder am unrühmlichen Abschied von Vereinslegende Alex de Souza scheint Yildirim keinen unerheblichen Anteil gehabt zu haben. Explizit Yanal und zuletzt Kigili verließen den Club, eben aufgrund der ständigen Einmischung durch ihren Präsidenten, unter derer sie ihr Amt nicht mehr weiter fortführen konnten bzw. wollten.

Ist Ismail Kartal lediglich eine Marionette Yildirims?

Bei all diesen Anschluldigungen stellt sich bei den „Kanarien“ vor allem eine Frage: Ist Chefcoach Ismail Kartal nichts weiteres als eine Marionette von Aziz Yildirim? Wird ihm seine Arbeit tatsächlich aus der oberen Etage diktiert? Auch wenn dies auf den ersten Blick sehr unwahrscheinlich klingt, muss man sich bei den ganzen Vorkommnissen in der Vergangenheit wirklich fragen, ob es bei Fenerbahce noch annähernd demokratische Machtverhältnisse gibt, oder ob Yildirim tatsächlich versucht, den Verein nun komplett alleine zu führen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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