Schwere Ausschreitungen in der Türkei: Mindestens 14 Tote bei IS-Protesten

Erneut ist es zu Protesten gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und mehr Schutz für die syrische Grenzstadt Kobane gekommen. Diesmal forderten die Demonstrationen in der Türkei mindestens 14 Menschenleben. Auch in Hamburg kam es am Dienstag zu gewaltätigen Szenen, als sich der Kurden-Demonstration radikale Muslime gegenüberstellten.

Bei Demonstrationen für einen besseren Schutz der syrisch-kurdischen Stadt Kobane sind in der Türkei inzwischen mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Alleine in der südöstlichen Stadt Diyarbakir seien acht Menschen getötet worden, berichteten türkische Medien.

Auch aus anderen Städten vor allem im kurdisch dominierten Südosten des Landes wurden Tote gemeldet. Viele der Opfer seien bei Zusammenstößen zwischen Islamisten und Anhängern der Terrororganisation PKK ums Leben gekommen. Die Zeitung «Hürriyet» berichtete, die Behörden hätten in der Nacht in sechs Provinzen Ausgangssperren verhängt.

Bei Zusammenstößen zwischen Kurden und radikalen Muslimen sind in Hamburg nach Feuerwehrangaben acht Menschen verletzt worden. Etwa 400 Kurden hatten sich nach einer Demonstration gegen die Gewalt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Dienstagabend in der Nähe einer Moschee versammelt, wie ein Sprecher der Polizei am Mittwoch sagte. Dort stellten sich ihnen den Angaben zufolge etwa 400 radikale Muslime entgegen, nach Erkenntnissen der Polizei vermutlich Salafisten. Zwischen Mitgliedern der beiden Gruppen habe es «gewalttätige körperliche Auseinandersetzungen» gegeben, so die dpa.

Ein dpa-Fotograf vor Ort berichtete in der Nacht, die Polizei habe die Zufahrtsstraßen zu der Moschee komplett abgesperrt. Einsatzwagen blockierten den Sichtkontakt zwischen den Gruppen. Dann hätten mit Metallstangen, Macheten und spitzen Gegenständen bewaffnete Salafisten Kurden angegriffen, die ebenfalls Waffen bei sich trugen. Die Lage sei «ausgesprochen gewalttätig» gewesen.

Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Parteien zu trennen. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Der Einsatz dauerte bis zum frühen Morgen an.

Zuvor hatten etwa 500 Kurden in der Hamburger Innenstadt friedlich Solidarität mit den vom IS bedrängten Menschen in der umkämpften syrisch-türkischen Grenzstadt Kobane gefordert. Anschließend blockierte aber eine Gruppe von etwa 80 Kurden für etwa eine Stunde bis gegen 18.00 Uhr mehrere Gleise am Hamburger Bahnhof.

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