Türkische Milch für Russland: Export könnte Mitte Oktober beginnen

Bereits am 15. Oktober könnte der Export türkischer Milchprodukte nach Russland starten. Die Gespräche zwischen Ankara und Moskau über die Harmonisierung der Vorschriften stehen offenbar vor dem Abschluss. Erst vor kurzem hatten die Amerikaner erstmals öffentlich eingeräumt, die EU gegen ihren Willen zu Sanktionen gegen Russland gezwungen zu haben.

Die Türkei springt offenbar schon in Kürze ein, um Russland mit Milchprodukten zu versorgen. Branchenvertreter glauben jedoch, dass es die türkische Milchwirtschaft schwer haben werde, die russische Nachfrage sowohl in Bezug auf Qualität als auch Quantität zu erfüllen.

Den Stein für türkische Produkte ins Rollen brachte eine Reaktion Moskaus auf Sanktionen des Westens wegen der russischen Ukraine-Politik. Am 7. August wurde darauf hin ein Einfuhrverbot für Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Milch und Milchimporte aus den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, Australien, Kanada und Norwegen erlassen.

Nach Ansicht von Harun Çallı, Leiter der Türkischen Vereinigung für Milchprodukte, ergeben sich aus dem Embargo für die Türkei neue Chancen. „Selbst ein 5-Prozent-Anteil am russischen Markt wäre ein großer Ertrag für unsere Branche“, so der Fachmann in einem Interview mit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Hindernisse für einen Verkauf von türkischen Milchprodukten nach Russland seien inzwischen beigelegt worden. Derzeit würden ihm zufolge 80 Prozent der türkischen Unternehmen die Anforderungen für Milchexporte nach Russland erfüllen. Erst vor kurzem wären zudem türkische Milchproduzenten auf Visite in Russland gewesen.

Die Türkei liegt derzeit auf Rang 16 in der Weltmilchproduktion und steigert seine Ausgabe um rund zehn Prozent pro Jahr.  „Die Türkei benötigt einen Markt, um ein solches Wachstum in der Milchproduktion auch einbringen zu können“, so Çallı. Russland erscheine ihm da als gute Gelegenheit. Nichtsdestotrotz sei das türkische Produktionsvolumen derzeit noch zu gering, um die Bedürfnisse des russischen Marktes vollends zu befriedigen, so seine Einschätzung.

Nach Angaben von Adnan Yıldız, Vorsitzender der türkischen Vereinigung der Milch, Fleisch und Zuchtviehproduzenten (TÜSEDAD), verlange Russland die Erfüllung von EU-Standards bei den Produkten. Wenn die Türkei also einen nachhaltigen Einstieg in den russischen Markt möchte, so müsse sie unbedingt ihre Produktionsqualität nach oben schrauben. Nur 14 ganz große Betriebe würde diese derzeit erfüllen. Diese hatte zur Folge, dass Russland bereits türkische Produkte zurückgeschickt habe, so das Blatt weiter.

In Anbetracht der westlichen Sanktionen hat die türkische Politik nahezu eine Verdoppelung der Obst-und Gemüseexporte nach Russland vorhergesagt. Derzeit ist das Land der fünftgrößte Exporteur von Lebensmitteln nach Russland. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 1,68 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Russlands Lebensmittelimporte aus jenen Ländern, die jetzt den Sanktionen unterworfen wurden, hatten einen Wert von neun Milliarden Dollar jährlich. Die Türkei will nun die Gunst der Stunde nutzen und sich stärker an Russland binden. Das kündigte der türkische Landwirtschaftsminister Mehdi Eker schon kurz nach Beschluss der Sanktionen an.

Bei einer Rede an der Kennedy School of Government an der Universität Harvard hat US-Vizepräsident Joe Biden erstmals die Wahrheit über die Sanktionen gegen Russland gesagt: Demnach wollte die EU keine Sanktionen verhängen und wurde von Obama gezwungen, dem Kurs der Amerikaner zu folgen.

Biden sagte wörtlich:

„Wir haben Putin vor die einfache Wahl gestellt: Respektieren Sie die Souveränität der Ukraine oder Sie werden sich steigender Konsequenzen gegenübersehen. Dadurch waren wir in der Lage, die größeren der entwickelten Staaten dazu zu bringen, dass Russland zahlen werde müssen.

Es ist wahr, dass sie das nicht tun wollten. Aber wiederum war es die Führungsrolle Amerikas und die Tatsache, dass der Präsident der Vereinigten Staaten darauf bestanden hat – ja Europa des Öfteren fast sagen musste, dass ihre Haltung eine Schande sei – sich zu erheben und wirtschaftliche Nachteile einzustecken, um dafür zu sorgen, dass die Russen dafür bezahlen müssen. Und die Folgen waren eine massive Kapitalflucht aus Russland, ein regelrechtes Einfrieren von ausländischen Direktinvestitionen, der Rubel auf einem historischen Tiefststand gegenüber dem Dollar, und die russische Wirtschaft an der Kippe zu einer Rezession.“

Diese Darstellung belegt, dass die Staats- und Regierungschefs demnach gegen ihren Willen und im Wissen, dass sie ihren eigenen Bürgern Schaden zufügen werden, sich einem amerikanischen Diktat unterworfen haben (mehr hier).

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