Erstes türkisches AKW: Bau soll schon nächstes Frühjahr starten

Das erste türkische AKW nimmt Gestalt an. Der Bau der umstrittenene Anlage in Akkuyu soll dem türkischen Energieminister zufolge im Frühjahr 2015 starten. Insgesamt soll das Vorhaben 22 Milliarden US-Dollar verschlingen.

Wie der türkische Energieminister Taner Yildiz am vergangenen Freitag mitteilte, sollen die ersten Arbeiten in Akkuyu im kommenden Frühjahr anlaufen. Ab 2020 soll das AKW dann ans Netz gehen.

Vor türkischen Studenten stellte der Minister noch einmal heraus, dass die Türkei friedliche Zwecke verfolge und nicht an einer Urananreicherung oder gar am Bau einer Atombombe interessiert sei (mehr hier). „Die entwickelte Türkei darf keinen unterentwickelten Energiesektor haben“, zitiert das Nachrichtenportal Worldbulletin den Minister. Noch setzt die Regierung dabei auf Unterstützung aus dem Ausland. Doch das Ziel sei dem Minister zufolge ganz klar ein eigenes Team, um ein Kernkraftwerk durch die inländische Produktion und durch türkische Ingenieure bauen zu lassen.

Bei der Ausbildung der zukünftigen Fachkräfte setzt die Türkei auf Russland (mehr hier). Jüngst wurden 83 türkische Studenten aus rund 5000 Bewerbern ausgewählt, um für sieben Jahre in russische Ausbildung zu gehen. Unterwiesen werden sie dort in Kernkraftwerken, Kerntheorie und erwerben Sprachkenntnisse. Augenscheinlich denkt die Türkei nach zwei fixen AKW-Planungen bereits weiter: Wir wollen unsere Kernkraftwerke in Zukunft mit heimischen Ressourcen zu bauen – mit türkischen Ingenieuren und ausgebildeten Studenten“, so Yildiz.

Die erste Anlage in der Provinz Mersin entsteht in Kooperation mit der russischen Rosatom und soll 22 Milliarden US-Dollar verschlingen(mehr hier). Ihr Lebenszyklus wird auf 60 Jahre geschätzt. Das Projekt wird voraussichtlich etwa 35 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr produzieren und soll im Jahr 2023 voll einsatzfähig werden.

Die Umweltverträglichkeitserklärung für das Projekt werde im nächsten Monat abgeschlossen werden, sagte Yildiz. Doch sowohl in der Türkei als auch international gibt es vehementen Widerstand gegen die AKW-Pläne der türkischen Regierung (mehr hier). Diese argumentiert, sich aus der Energieabhängigkeit von anderen Staaten befreien zu müssen und das Wachstum der Wirtschaft nur so vorantreiben zu können. Gefahren, wie etwa Erdbeben im eigenen Land oder die Atommüll-Problematik werden außer Acht gelassen (mehr hier). Auch die Katastrophe von Fukushima konnte sie nicht beeindrucken. Kritiker prangern an, dass das Land so unkalkulierbare Risiken eingehe, die dramatische Folgen nach sich ziehen können.
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