Türkei: Luftwaffe bombardiert Stellungen der PKK

Türkische F-16-Kampfjets haben am späten Montagabend Stellungen der kurdischen Terrororganisation PKK im Südosten des Landes angegriffen. Dem Luftschlag war ein Angriff der PKK auf türkische Militärstellungen vorausgegangen. Der Militärschlag ist der erste größere Einsatz seit Beginn des Friedensprozesses vor fast zwei Jahren.

Das türkische Militär bombardierte Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Südosten des Landes an der Grenze zum Irak. Dort hätten die kurdischen Rebellen zuvor eine Polizeistation angegriffen, berichtete die Zeitung «Hürriyet» am Dienstag. Es war der erste Luftschlag gegen die PKK, seit die Organisation im März vergangenen Jahres einen Waffenstillstand erklärt hatte.

Angaben über Opfer liegen bislang nicht vor. Die Angriffe sollen jedoch großen Schaden verursacht haben. Sie seien geflogen worden, nachdem PKK-Rebellen drei Tage lang einen Militärposten in der Nähe der Grenze zum Irak angegriffen hätten.

Der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan hatte bereits Anfang Oktober einen Warnschuss gen Ankara gerichtet. Kommt es zu einem IS-Massaker in Kobane, sind sämtliche Gespräche mit der türkischen Regierung hinfällig. Der Chef der Terrororganisation PKK rief zum Schutz der syrisch-kurdischen Stadt auf. Öcalan forderte die Regierung auf, umgehend konkrete Verhandlungen mit der PKK zu beginnen (mehr hier).

Im Bürgerkriegsland Syrien flogen derweil auch Kampfflugzeuge der Regierung von Präsident Baschar al-Assad massive Angriffe auf oppositionelle Kämpfer. Innerhalb von 24 Stunden zählten die Menschenrechtsbeobachter landesweit rund 100 solcher Luftschläge.

Zur Unterstützung der kurdischen Kämpfer in der nordsyrischen Grenzstadt Kobane hat die internationale Koalition unterdessen neue Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflogen. Wie die syrischen Menschenrechtsbeobachter am Dienstag mitteilten, wurden mindestens drei Stellungen der Dschihadisten im Osten der Stadt getroffen.

Die Gefechte zwischen kurdischen Kämpfern und den sunnitischen IS-Extremisten gingen den Angaben zufolge mit unverminderter Heftigkeit weiter. Idris Nassan, Vize-Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobane, sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass kurdische Kämpfer dank der Luftschläge einen strategisch wichtigen Hügel sieben Kilometer von der Grenzstadt entfernt zurückerobern konnten.

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