Ehemaliger Bundespräsident Wulff: Islam soll gleichberechtigte Religionsgemeinschaft werden

Anlässlich seiner Visite in Istanbul fand der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff deutliche Worte. Deutschland müsse sich um die Anerkennung des Islams als gleichberechtigte Religionsgemeinschaft bemühen. Gleichzeitig forderte das einstiges Staatsoberhaupt aber auch mehr Freiheiten für Christen in der Türkei.

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat sich für die Anerkennung des Islams als gleichberechtigter Religionsgemeinschaft in Deutschland ausgesprochen. Das gehöre zur «verfassungsrechtlich garantierten Freiheit in der Religionsausübung», sagte Wulff am Mittwoch in der türkischen Metropole Istanbul.

Das frühere Staatsoberhaupt forderte zugleich die Türkei auf, die freie Ausübung des christlichen Glaubens zuzulassen und die Priesterausbildung für orthodoxe Christen wieder zu ermöglichen. «Hier besteht in der Türkei zweifelsfrei Nachholbedarf.»

Wulff warnte davor, Muslime mit islamistischen Terroristen wie denen der Terrormiliz IS gleichzusetzen. «Die Terroristen missbrauchen den Namen einer Religion», zitiert die dpa Wulff. «Und sie kommen aus der ganzen Welt, nicht nur aus muslimischen Ländern. (…) Das ist ein globales Problem der Orientierung und Verführung junger Menschen durch den Missbrauch von Religion.» Wulff setzte sich bereits in seiner Zeit als Bundespräsident bis 2012 für mehr Verständnis zwischen den Religionen ein. Er eröffnete in Istanbul eine Konferenz zum interreligiösen Dialog.

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