Turkish Airlines Panik wegen arabischer Inschriften auf Triebwerk

Arabische Zeichen auf mehreren Flugzeugmotoren der halbstaatlichen türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines (THY) haben für Panik unter den Mitarbeitern gesorgt. Befürchtet wurde eine Sicherheitslücke und eine Bedrohung durch Islamisten. Eine Untersuchung gab jedoch Entwarnung: Es handelte sich um Gebete für mehr Wohlstand.

Der zunächst dubiose Fund auf den Maschinenteilen hatte am Atatürk Flughafen in Istanbul Sorgen um die vorherrschenden Sicherheitsvorkehrungen aufkommen lassen. Offenbar hatte keine Überwachungskamera aufgezeichnet, wer die Schriftzeichen angebracht hatte.

Der am vergangenen Sonntag gemachte Fund auf dem fünftgrößten Flughafen der Welt versetzte die Mitarbeiter, die die Zeilen nicht entziffern konnten, in Angst und Schrecken. Es wurde befürchtet, dass sie von Anhängern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stammen könnten, so Reuters unter Bezug auf das Branchenportal Airporthaber.

Nach der Entdeckung der ersten Zeilen seien drei weitere Maschinen ausgemacht worden, die ebenfalls diese Schriftzeichen aufwiesen. Dem Nachrichtenportal Vaybee zufolge seien die Maschinen am 12. Oktober aus der deutschen Hauptstadt Berlin nach Istanbul gekommen. Die Flugzeuge seien vom Abfertigungsteam auf den Weiterflug nach Nürnberg vorbereitet worden.

Mittlerweile konnte Turkish Airlines Entwarnung geben. Wie ein Sprecher des Unternehmens der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch mitteilte, handle es sich in der Tat um ein arabisches Gebet. Zu lesen gewesen sein sollen die Zeilen: „Segnung durch Allah für gute Taten und Versorgung“. „Der Fund wurde untersucht. Wir glauben nicht, dass es eine Verbindung zu einer Terrororganisation gibt. Auch unsere Flüge sehen wir nicht bedroht“, so der Sprecher weiter.

Die Sorgen der THY-Mitarbeiter sind jedoch nicht unbegründet. Direkt an der türkischen Grenze tobt derzeit eine erbitterte Schlacht um Kobane. Ausländische Diplomaten schätzen, dass Hunderte von so genannten „ausländischen Kämpfern“ über Istanbul in die Schlachtfelder von Syrien und dem Irak reisen (mehr hier). Ihrer Einschätzung nach ist das NATO-Mitglied Türkei anfällig für islamistische Anschläge sein, gerade dort, wo sich westliche Touristen aufhalten.

Die Angst vor Repressalien begründete auch die bis vor kurzem noch sehr zurückhaltende Position Ankaras gegenüber dem IS. Erst vor wenigen Wochen wurden die 49 türkischen Geiseln aus dem Irak befreit (mehr hier). Erst in dieser Woche folgte die Wende: Türkische F-16-Kampfjets haben am späten Montagabend Stellungen der kurdischen Terrororganisation PKK im Südosten des Landes angegriffen. Dem Luftschlag war ein Angriff der PKK auf türkische Militärstellungen vorausgegangen. Der Militärschlag war der erste größere Einsatz seit Beginn des Friedensprozesses vor fast zwei Jahren (mehr hier).

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