Neue Ausrichtung: Türkische Investoren steigern Engagement in Weißrussland

Das Volumen der türkischen Investitionen in Weißrussland ist in den vergangenen fünf Jahren offenbar um das 400-fache angewachsen. Gründe sehen Diplomaten hierfür vor allem im zwischenmenschnlichen Bereich. Geschäftspartner fänden eine gemeinsame kulturelle Basis. Dass sich die sprunghafte Entwicklung in diesem Maße aufrechterhalten lassen wird, glauben sie aber nicht.

Der weißrussische Botschafter in Ankara, Andrei Savinykh, hat die außergewöhnlich gute Entwicklung türkischer Investitionen in seinem Heimatland gelobt. Das Engagement sei geradezu sprunghaft angestiegen, so der Diplomat am 14. Oktober am Rande der Visite einer weißrussischen Parlaments-Delegation in der Türkei.

Es wird schwierig werden, diese Zahl jedes Jahr zu erhöhen. Aber wir sind recht positiv über die Auswertung Entwicklungsperspektiven gestimmt“, zitiert das Nachrichtenportal Belarusian News Savinykh. Mit Blick auf die türkischen Investitionen und die Arbeit der türkischen Geschäftsleute in Weißrussland stellte der Botschafter fest, dass die Türken gern direkt auf dem Markt präsent seien. „Viele Geschäftsleute berichten mir, dass sie sich in Weißrussland wohl fühlten. Die Mentalität der beiden Nationen ist sehr ähnlich, daher ist es einfach für uns, eine gemeinsame Basis zu finden“, so der Botschafter. Das bedeute wiederum auch, dass er auch weiterhin mit einer Steigerung des türkischen Investitionsvolumens in seiner Heimat rechne.

Eine Delegation des weißrussischen Parlaments bereiste die Türkei am 14. und 15. Oktober. Am Dienstag trafen sich die belarussischen Abgeordneten mit dem türkischen Präsident Recep Tayyip Erdoğan und Parlamentssprecher Cemil Çicek.

Noch einmal gefestigt wurden die wirtschaftlichen Verbindungen erst vor wenigen Wochen: Wie das Nachrichtenportal Vaybee Mitte September berichtete, hätten die türkische Investmentagentur zur Förderung der Wirtschaft und Investition (ISPAT) und die weißrussische Agentur für Investitionen und Privatisierung (NAIP) im Rahmen der achten Sitzung zur zwischenstaatlichen Wirtschaftskommission beider Länder eine Vereinbarung unterzeichnet. Beide Organisationen hätten darin ihre Absicht bekräftigt, ihre Geschäftsbeziehung im Bereich Handel und Investition durch eine intensivere Zusammenarbeit zu verstärken.

Moldawien und Weißrussland sind überdies die neuesten Länder, in denen türkische Bürger visafreien Reiseverkehr genießen können. Die bereits Ende 2012 bzw. Anfang 2013 vereinbarten Regelungen traten zum 1. Juni dieses in Kraft und sollen ebenfalls die Beziehungen zu den beiden Staaten stärken (mehr hier).

Auch deutsche Unternehmen interessieren sich für den Standort Belarus. Wie aus einem Schreiben zum Tag der Belarussischen Wirtschaft in Berlin im Oktober 2013 hervorgeht, befänden sich bereits über 300 deutsche Firmen im Land, lieferten Investitionsgüter, importierten aus Belarus und realisieren Projekte in der industriellen Zusammenarbeit „zur Lohnveredelung oder mit Direktinvestitionen zum Aufbau eines eigenen Standorts“. Das Potential für bilaterale Kooperationen sei groß: „Sowohl in traditionellen Branchen, in der Gesundheitswirtschaft und Pharmazie, bei Transport und Logistik, Tourismus, wie auch in Zukunftstechniken bei erneuerbaren Energien, der Wiederverwertung, Bio-
und Nanotechnologie, neuen Materialien und in der Informationstechnik (IKT)“.

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