Galatasaray vs. Fenerbahce: Einst Freunde, heute Erzfeinde

Das Topspiel des kommenden Spieltages in der Süper Lig ist zweifelsohne das Gipfeltreffen in der Türk Telekom-Arena zwischen Galatasaray und Fenerbahce. GazeteFutbol.de durchleuchtet das Duell der Istanbuler Erzrivalen

Am Samstag, den 18. Oktober ist es wieder soweit! Galatasaray Istanbul empfängt in der Süper Lig Fenerbahce Istanbul zum Stadtderby. Die beiden Klubs sind die erfolgreichsten und zugleich beliebtesten Vereine in der Türkei. Sie verbindet eine innige Feindschaft, die sich Mitte der 30er Jahre entwickelte und bis heute anhält. Doch wie kam es eigentlich zu dieser Feindschaft?

Wie es bereits in den beiden Vereinsnamen ersichtlich ist, stammen beide Klubs aus der Stadt Istanbul. Der Unterschied ist, dass sich das Gründungszentrum und die dazu gehörigen Anlagen wie zum Beispiel das Stadion (Türk Telekom-Arena) von Galatasaray Istanbul auf der europäischen Seite des Bosporus im Stadtteil Seyrantepe befinden, hingegen die von Fenerbahce auf der asiatischen Seite im Stadtteil Kadiköy. Deshalb wird diese Begegnung nicht einfach nur als Derby bezeichnet, sondern eben als interkontinentales Derby. Anders als in anderen geführten Derbys wie zum Beispiel in Rom, die zum Teil von politischen Motiven geprängt sind, beschränkt sich die Rivalität der türkischen Anhänger eher auf das sportliche und auf die aggressiv geführten Duelle der beiden erfolgreichsten Klubs, die um die Vorherrschaft in der Süper Lig kämpfen. Doch nicht nur auf dem Spielfeld geht es in diesem Derby zur Sache, sondern auch auf den Rängen streiten die Fans beider Klubs oftmals auch mit höchst fragwürdigen Mitteln. Nicht selten sieht man die Fans sich untereinander bekämpfen, Feuerwerkskörper zünden und auf das Spielfeld werfen oder Spieler, die handgreiflich werden.

Wenn man in die Zeit um 1911 zurückblickt, gab es diese Art von Auseinandersetzungen nicht. Im Gegenteil: Zwischen 1911 und 1933 bestritten die beiden Klubs ihre Auswärtsspiele gemeinsam und so wurden extra für die Auswärtsbegegnungen Trikots in den Farben beider Vereine entworfen. Sogar Planungen um eine Fusionierung beider Klubs war im vollen Gange. Die Pläne zerschlugen sich jedoch nach mehreren Jahren der Aufschiebung im Jahre 1934, als es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen den Spielern der verschiedenen Klubs kam. Zu diesem Zeitpunkt Endstand die Feindschaft, die sich auch relativ schnell auf die Zuschauer übertrug. Zu den folgenden Begegnungen kamen die Bilder und Erinnerungen an den Tag im Jahre 1934 immer wieder hoch und so entstand eine mit Spannung geladene Atmosphäre wenn die beiden Mannschaften aufeinander trafen. Mit zunehmender Popularität des Fußballs in der Türkei stieg somit auch die Anspannung der Fans, die ihren Klub für den größten und besten hielten.

Welcher Klub jetzt besser oder schlechter ist, lässt sich so genau nicht beantworten. Wenn man die Statistik der Begegnungen beider Klubs berücksichtigt, kann man eines jedoch feststellen: In insgesamt 377 wettbewerbsübergreifenden Begegnungen konnte Fenerbahçe Istanbul 143 für sich entscheiden, 113 Partien endeten mit einem Unentschieden und Galatasaray gewann insgesamt 121 mal. Zudem hat Fenerbahçe eine Tordifferenz von plus 48 in den Begegnungen mit Galatasaray. Hierbei können die „Kanarien“ allerdings nur im direkten Vergleich punkten, denn Galatasaray hat insgesamt 9 Pokaltitel und 4 Superpokale mehr auf nationaler Ebene, sowie in der Saison 1999/00 den UEFA-Cup und den dazugehörigen Supercup gewonnen. Aus diesem Grund liegt Galatasaray Istanbul in der ewigen UEFA-Tabelle auf Platz 21, Fenerbahçe lediglich auf Platz 51. Wer besser oder schlechter ist bleibt also weiterhin offen, erfolgreicher und damit auch international anerkannter ist aufgrund der gesammelten Titel zumindest im Fußballsektor jedoch Galatasaray Istanbul.

In der aktuellen Saison steht Galatasaray mit zehn Punkten aus fünf Spielen auf Platz drei der Tabelle und kann sich nur aufgrund eines Tores mehr auf dem Konto von Fenerbahçe distanzieren.

Zudem ist Galatasaray Istanbul in der UEFA Champions League in der Gruppe D zusammen mit dem FC Arsenal, dem RSC Anderlecht und Borussia Dortmund, auf die sie in der kommenden Woche im Rahmen der Gruppenphase antreten. Fenerbahçe hingegen wurde aufgrund des Manipulationsverfahrens auch von der diesjährigen Champions League-Saison ausgeschlossen. Im kommenden interkontinentalen Derby geht es also darum an Boden zu gewinnen oder zu verlieren und um die diesjährige Vorherrschaft in der Süper Lig mit dem dazugehörigen vierten Stern. Die Fans werden das Derby mit Spannung und Vorfreude erwarten – dies jedoch hoffentlich mit friedlichen Absichten, egal wer gewinnt.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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