Zurück in die Türkei: Behörden schieben Allgäuer Islamisten ab

Bayern hat offenbar einen 22-jährigen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in die Türkei abgeschoben. Der Mann hatte zuvor die Enthauptung westlicher Geiseln gerechtfertigt. Sein Anwalt betrachtet die Abschiebung als rechtswidrige Aktion.

Der 22-Jährige gab in einem Zeitungsinterview an, selbst vor seiner eigenen Familie nicht Halt machen zu wollen, würde sich diese gegen die Terrormiliz stellen. Die Abschiebung des jungen Mannes wurde von dessen Anwalt, Michael Murat Sertsöz, bestätigt. Er bezeichnete die Abschiebung als eine rechtswidrige „ungeheuerliche Nacht-und-Nebel-Aktion“.

Dem Focus zufolge habe die bayerische Landesregierung den Allgäuer Salafist Erhan A. an diesem Freitag in ein Flugzeug gesetzt und in seine türkische Heimat abgeschoben. Zuvor saß er zwei Wochen lang in Abschiebehaft, weil er eine erhebliche Gefahr darstelle. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) machte deutlich: „Solche Leute haben bei uns nichts zu suchen.“ Eine entsprechende Ordnungsverfügung der Regierung Oberbayern sehe obendrein ein Wiedereinreiseverbot des Extremisten für die nächsten sieben Jahre vor, so das Blatt weiter.

Anwalt Sertsöz sieht die Sache völlig anders. Er gibt den Medien die Schuld und betont, dass sein Mandant weder vorbestraft sei noch habe er sich irgendwelcher Verbrechen gegen den deutschen Staat schuldig gemacht.

Der Kemptener hatte in einem Interview mit dem Magazin der «Süddeutschen Zeitung» die Enthauptung von Journalisten gerechtfertigt und gesagt, er würde sogar seine Familie umbringen, wenn sie sich gegen den Islamischen Staat stelle.

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