Türkischer Fotograf Ara Güler eröffnet Ausstellung in Berlin

Der bekannte Fotokünstler Ara Güler ist ab sofort in der deutschen Hauptstadt zu sehen. Der Istanbuler zeigt 200 Arbeiten über das Leben der Bewohner vom Bosporus seit den 1950r Jahren. Die Ausstellung im Willy-Brandt-Haus dauert bis zum 25. Januar.

Anlässlich der Eröffnung seiner Schau „Ara Güler Retrospektive 1950-2005“ in der vergangenen Woche war der 86-jährige Ara Güler persönlich zugegen. Der Vernissage zur Retrospektive wohnten daneben auch der Türkische Botschafter zu Berlin, Avni Karslıoğlu, sowie Grünen-Chef Cem Özdemir.

Nach Angaben von Kurator
Hasan Şenyüksel
habe er die Arbeiten gemeinsam mit Gisela Kayser vom Freundeskreis Willy-Brandt-Haus aus rund 14.000 Werken des bekannten Fotografen ausgewählt, so die türkische Zeitung Hürriyet.

Das Werk des türkischen Künstlers armenischer Abstammung ist weltweit präsent. Seine Fotografien waren bereits Teil Hunderter Ausstellungen. Im Laufe seines Lebens als Fotojournalist hatte Güler die Gelegenheit, zahlreiche prominente Köpfe zu interviewen und zu fotografieren, darunter etwa Bertrand Russell und Winston Churchill, Arnold Toynbee, Pablo Picasso sowie Salvador Dali. Gearbeitet hat er unter anderem für das „Time Magazine“, für „Life“ und für den „Stern“.

Neben vielen anderen Auszeichnungen gehörte Güler für das Museum of Modern Art in New York bereits 1968 zu den „zehn Meistern der Farbfotografie“. 1999 erhielt er die türkische Auszeichnung als „Fotograf des Jahrhunderts“. Nach wie vor gilt er als einer der bedeutendsten Fotografen der Türkei. Er fotografiert weitgehend mit einer Leica in schwarz-weiß. Sein Hauptinteresse gilt dabei seiner Heimatstadt Istanbul. Ihnen interessiert die pulsierende Großstadt jedoch in ihren kleinen Details. Er konzentriert sich auf das einfache Leben und Kinder. Auch der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk griff auf Güler zurück. Sein autobiografischer Roman „Istanbul – Erinnerung an eine Stadt“ ist mit dessen Arbeiten illustriert.

Er selbst mag sich nicht als Künstler sehen, sondern viel bescheidener, als Fotoreporter, als Chronist seiner Stadt. „Als Fotograf der Menschen möchte ich ihre Freuden, Dramen, ihre Art zu leben, alles was zum Menschen gehört, aufnehmen“, zitiert vorwaerts.de Güler. „Fotografie ist ein Mittel der Aufzeichnung, sie muss erzählen und du musst etwas daraus schließen können. Das macht Fotografie attraktiv.“

Die Schau wird anlässlich des 25. Jubiläums der Städte-Partnerschaft zwischen Istanbul und Berlin gezeigt. Sie ist eine deutsch-türkische Kooperation und zeigt über die Schwarz-Weiß-Bilder der 50er und 60er hinaus auch Farbfotografien bis zum Ende der 80er Jahre, so Deutschlandradiokultur.

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