Pistolen-Vorfall: Hakan Calhanoglu bezieht Stellung

Nun hat sich auch Hakan Calhanoglu zum "Pistolen-Vorfall" bei der türkischen Nationalmannschaft geäußert. Der Leverkusener macht zum Teil schockierende Aussagen.

„Ich habe mir alles durchgelesen, was in den Medien geschrieben wurde. Nicht alles hat gestimmt. Es ging nicht um Ömer und mich, sondern um Ömers Freund und um Gökhan Töres Ex-Freundin. Wir waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort“, so Hakan Calhanoglu bei einem TV-Auftritt im Aktuellen Sportstudio am Samstagabend auf ZDF. Entgegen den Gerüchten habe der türkische Nationalspieler seine Länderspieleinsätze jedoch tatsächlich wegen einer Wadenverletzung abgesagt.

Die Meldungen zum „Pistolen-Vorfall“ würden allerdings größtenteils der Wahrheit entsprechen. Calhanoglu mit offenen Worten: „Wir waren was trinken und danach gemeinsam im Hotelzimmer, wir waren auch nicht im Club, das stimmt so nicht. Dann hat der Töre irgendwie mitbekommen, dass Ömers Freund bei uns ist. Der hatte Töres Ex-Freundin damals angemacht, keine Ahnung, was da genau passiert ist. Töre hat dann bei uns angeklopft. Ich weiß nicht, ob Töre irgendwas genommen hatte, jedenfalls war er stinksauer. Er hat geklopft, wir haben aber nicht aufgemacht. Dann hat sich Töre eine Karte für das Zimmer besorgt, hat gesagt: ‚Room Service‘ und wollte uns damit locken. Aber wir wollten die Tür nach wie vor nicht aufmachen. Ich habe da schon Panik bekommen. Ich habe gedacht, unter Spielern ist das egal, das kann man unter vier Augen besprechen und dann ist die Sache geklärt, also habe ich die Tür aufgemacht. Er ist aber direkt an mir vorbei, zu dem Jungen hin, dann kam noch einer hinter ihm, dann ging das Ganze erst richtig los.

„Sonst erschieße ich dich!“

Anschließend habe der Freund des Besiktas-Akteurs eine Waffe gezogen und habe sämtliche Beteiligte im Zimmer bedroht. „Die haben mich geschlagen. Ich lag dann in einer Ecke, bevor er zu mir gekommen ist und zu mir gesagt hat: ‚Beweg‘ dich nicht, sonst erschieße ich dich.‘ Ich war total nervös und war in der Ecke eingeklemmt. Ja viele lachen jetzt, aber in dem Moment hat man nicht gelacht. Danach war es vorbei und der Junge hat geblutet.“ Auf die Frage, warum er diesen Vorfall so lange verschwiegen habe, antwortete Calhanoglu diplomatisch: „Es ist ja schon eine Weile her. Ich wollte nichts sagen, weil ich seiner Karriere nicht schaden und selbst daraus lernen wollte. Irgendwann musste ich es aber sagen, weil ich vor meinen Eltern schlecht da stand. Meine Mutter konnte gar nicht glauben, was passiert ist und kam darauf gar nicht klar. Dann habe ich gesagt: ‚Mama, es ist passiert.‘ Das Interview von meinem Vater war nicht abgesprochen, er hat einfach als Vater reagiert.“

Nachdem der 19-Jährige den Vorfall endgültig durchleuchtet hat, stellt sich einmal mehr die Frage, wie es im Nationalteam der Türken weitergehen soll. Ob Ömer Toprak, Hakan Calhanoglu und Gökhan Töre je wieder gemeinsam das rot-weiße Trikot überziehen werden, ist ungewisser denn je. Calhanoglu selbst erklärte zum Abschluss, dass er auf ein klärendes Gespräch mit Nationalcoach Fatih Terim hoffe: „Ich hoffe jetzt auf ein Vieraugen-Gespräch mit dem Trainer. Ich wünsche mir natürlich, dass ich künftig wieder dabei sein kann.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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