Galatasaray vs. Borussia Dortmund: Die Türken haben ihre Lektion gelernt

Jürgen Klopp und Gabriele Pin, der den grippegeschwächten Cesare Prandelli auf der Pressekonferenz vertrat, haben sich vor dem Aufeinandertreffen in der Türk Telekom-Arena zur Partie geäußert an diesem Mittwoch. Die Pressekonferenz aus Istanbul.

Gabriele Pin, Co-Trainer Galatasaray

„Dies ist ein ganz wichtiges Spiel für uns. Wir haben gegen Fenerbahçe [am Wochenende] einen tollen Sieg gefeiert und unser Selbstvertrauen steigern können. Ich hoffe, dass wir auch morgen ein gutes Spiel abliefern werden. Die Niederlage gegen Arsenal [1:4 am zweiten Spieltag] war ein Wendepunkt für uns. Wir haben da eine Lektion gelernt.

Das System ist für jede Mannschaft wichtig, aber Mentalität ist noch wichtiger. Man kann in Italien und in anderen Ligen sehen, dass es taktisch bessere Teams gibt, aber wir entwickeln uns immer weiter. Die Spieler finden sich mit jedem Tag besser zurecht. Wir haben in letzter Zeit verschiedene Systeme getestet und können auch je nach Spielverlauf reagieren.

Wenn man gegen eine Mannschaft wie Borussia Dortmund spielt, die Europa mit einem innovativen Spielstil bereichert hat, verleiht einem das ganz besonders viel Motivation. Dortmund hat in der UEFA Champions League in den letzten zwei oder drei Jahren so viel erreicht, sie verleihen dem Anlass noch mehr Prestige.“

Jürgen Klopp, Trainer Borussia Dortmund über… (Quelle: www.bvb.de)

…die Erwartungen an die Partie gegen Galatasaray: „Es gibt viele Dinge, die man derzeit über uns sagen kann. Aber vor allem ist es so, dass ein bisschen der Verdacht aufgekommen ist, dass wir in der Champions League funktionieren und in der Bundesliga nicht. Wenn wir morgen ein gutes Spiel machen und gewinnen, wird es nicht wenige Menschen geben, die sagen ‚Aha, in der Champions League geht’s‘. Sollten wir verlieren, hätten wir noch größere Probleme. Der Zeitpunkt für dieses Spiel ist sehr gut. Denn das Spiel fordert genau das, was wir verbessern müssen. Wir müssen defensiv sehr, sehr stabil sein, weil es für den Gegner kurz vor der Halbzeit der Gruppenphase schon um alles geht. Meine Erwartung ist, dass wir das auf den Platz bringen und uns unabhängig vom Wettbewerb Sicherheit holen.“

…die Art der Ansprache nach dem Köln-Spiel: „Es war deutlich lauter, fordernder und klarer. All das, was über uns in Bezug auf die Personalsituation berechtigterweise gesagt wurde, hat de facto mit den Gegentoren nichts zu tun. Wir haben die wenige Zeit genutzt, um Videositzungen abzuhalten, um die Dinge, die falsch laufen, noch einmal aufzuzeigen. Wir verteidigen in der Bundesliga in einer Art und Weise, die einfach nicht funktioniert.“

…die Maßnahmen zur Verbesserung der Abwehrleistung: „Wenn man sich unsere Tore anguckt: Es sind schon zig Gegner allein bei uns aufs Tor zugelaufen, haben den Ball noch quergelegt oder durften ihn ins leere Tor schießen. Das ist völlig falsch und am Thema vorbei. Diese Problematik haben wir noch mal in Angriff genommen. Gegen den Ball zu funktionieren, ist formunabhängig. Was wir mit Ball machen, ist in Ordnung, Fußball spielen geht. Vorne hat uns die Galligkeit im Abschluss gefehlt, aber defensiv ist es viel zu leicht, bei uns durchzukommen. An diesem Abwehrverhalten müssen wir arbeiten, selbst ohne Training. Die Jungs sind jetzt alle da, auch wenn in der Abwehr jetzt Erik Durm und Marcel Schmelzer fehlen. Zumindest bei den Videositzungen sind sie da und ansprechbar. Wir können jedes Spiel gebrauchen, in dem wir in dem Bereich gefordert werden. Der Weg hin zum Richtigmachen, ist nicht weit. Was die Jungs vorhaben, in den Momenten, ist auch zu erkennen, aber es bleibt am Ende in den einzelnen Situationen falsch. Wenn wir das ändern, sind wir sofort wieder stabiler und können Spiele gewinnen.“

…den Gegner Galatasaray Istanbul: „Wir kennen die Spieler, wir wissen, dass Wesley Sneijder aus der Distanz relativ gut schießen kann. Galatasaray hat auf jeder Position fußballerische Qualität, das ist eine Tatsache. Für Istanbul geht es um sehr viel. Daher wird es eine ganz, ganz leidenschaftliche Geschichte. Galatasaray hat letztes Jahr in der Gruppenphase auch nicht so wahnsinnig gut angefangen und sich hinten raus trotzdem für das Achtelfinale qualifiziert. Wir sind darauf eingestellt, dass es emotional wird. Aber wir wollen das Spiel gewinnen. Wir wollen mit unserer Art Fußball zu spielen, einen Schritt nach vorne machen und den Druck aufnehmen und etwas Positives machen.“

Ilkay Gündogan, Mittelfeldspieler Borussia Dortmund

„Natürlich ist das etwas Sentimentales. Ich verfolge den türkischen Fußball intensiv, schaue die Derbys im Fernsehen und habe mich natürlich sehr gefreut, als Galatasaray im Jahr 2000 den UEFA-Pokal gewonnen hat. Das darf der Klub 2015 gerne wiederholen. Borussia Dortmund allerdings möchte den Weg in der UEFA Champions League erfolgreich weitergehen. Ein Punkt oder gar ein Sieg in Istanbul wäre ein großer Schritt dorthin. Wir haben eine gemeinsame Idee vom Fußball, und die basiert auf einer defensiven Herangehensweise. Das Wichtigste morgen wird sein, dass wir gemeinsam verteidigen und das alles besser in den Griff bekommen.“

Hamit Altintop, Mittelfeldspieler Galatasaray

„Die ersten Ergebnisse in der Champions League waren nicht gut für uns. Das Spiel gegen Anderlecht war unbefriedigend, auch gegen Arsenal gab es ein schlechtes Ergebnis. Wir möchten weiterkommen. Und wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, müssen wir gegen Dortmund einen Punkt oder mehrere Punkte holen. Und das in beiden Spielen. Wir haben noch Defizite, unser Selbstvertrauen steigert sich jedoch von Spiel zu Spiel. Ich hoffe, wir können unseren Aufwärtstrend fortsetzen.

Für mich wird es ein ganz besonderes Spiel. Ich habe damals beim Schalke-Dortmund Spiel einen hervorragenden Bundesligastart hingelegt, doch seit 2003 hat sich vieles verändert. Für mich ist es daher kein Derby mehr. Die Spielphilosophie, der Vorstand, die Trainer, die Spieler – alles ist mittlerweile anders und nicht mehr mit früher zu vergleichen. Wir haben in Deutschland viele Türken, die uns unterstützen. Wir möchten unsere Fans hier und auch in Deutschland glücklich machen. Bereits letztes Jahr sind wir eine Runde weitergekommen, auch dieses Jahr wollen wir das schaffen. Das ist der Grund, warum das Spiel gegen Dortmund so wichtig ist.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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