Für mehr Vertrauen: Schura Rheinland-Pfalz unterzeichnet Kooperation mit Polizeipräsidium Mainz

Die Schura Rheinland-Pfalz Landesverband der Muslime will künftig mit dem Polizeipräsidium Mainz kooperieren. In gemeinsamen Veranstaltungen sollen etwa Schutzmaßnahmen gegen Anschläge, Einbruch und Diebstahl kommunziert werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Jugendarbeit. Diese besteht unter anderem in der Aufklärung vor Gefahren wie Kriminalität, Drogen und Gewalt.

Der Mainzer Polizeipräsident Karl-Heinz Weber und der Vorsitzende der Schura Rheinland-Pfalz, Mustafa Cimşit, haben eine entsprechende Kooperationsvereinbarung bereits Ende vergangener Woche unterzeichnet. Das große Ziel: Polizei und Muslime wollen weiter aufeinander zugehen und das gegenseitige Vertrauensverhältnis stärken.

„Wir sind als Muslime in Rheinland-Pfalz Willkommen und fühlen uns hier sicher. Damit das auch so bleibt, wollen wir gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Mainz Veranstaltungen durchführen, in der wir unsere Gemeinden über Schutzmaßnahmen gegen Anschläge, Einbruch und Diebstahl und unsere Jugendlichen über die Gefahren von Kriminalität, Drogen und Gewalt aufklären“, so Mustafa Cimşit, Vorsitzender der Schura Rheinland-Pfalz Landesverband der Muslime, zum Ziel der Kooperation.

„Es sind langjährige und vielfältige Erfahrungen unserer Sicherheitsbehörde, die wir als Landesverband für unsere Gemeindearbeit nutzbar machen möchten. Ein weiteres Thema wird die Anwerbung von unseren Jugendlichen für den Polizeidienst sein. Das ist etwas, das wir sehr gerne unterstützen“, sagt Cimşit. Noch immer kommen nur wenige Polizisten aus Zuwandererfamilien (mehr hier). Dabei werden sie dringen gebraucht. Vor allem in den Migranten-Vierteln genießen die aktuellen Polizisten mit Migrations-Hintergrund ein großes Ansehen (mehr hier).

Bei der Mainzer Polizei habe die Schura mit ihren Anliegen offene Türen eingerannt, berichtet die Allgemeine Presse. Seit Jahren sei man hier intensiv bemüht, die Zusammenarbeit mit Organisationen und Vereinen von Migranten zu verbessern, zitiert sie Polizeipräsident Weber. „Wir verstehen uns als Polizei, die für alle da ist. Und: Es ist mir persönlich wichtig, dass Menschen mit Migrationshintergrund erkennen, dass wir es wirklich ernst damit meinen, dass wir uns öffnen. Zusammengarbeitet werden soll deshalb nicht nur im Rahmen von gemeinsamen Präventionsveranstaltungen, sondern auch kritischen Großveranstaltungen. Nach Ansicht von Karl-Heinz Weber sei die Zusammenarbeit mit Muslimen eine „Zukunftsaufgabe“ für die Polizei. Schon jetzt habe jeder zweite bis dritte Mainzer unter 18 einen Migrationshintergrund.

Die Schura Rheinland-Pfalz wurde erst im April 2013 gegründet. Zusammengschlossen haben sich hier Muslime verschiedener Glaubensrichtungen und Nationalitäten. Der Verband sei aus den Impulsen des Runden Tisches Islam hervorgegangen, den die Landesregierung 2011 initiiert hatte. Seit seiner Konstituierung im vergangenen Dezember gehörten ihm 15 Mitgliedsgemeinden an, berichtet der epd. Ziel des Verbands sei es demnach, einen Beitrag zur religiös-kulturellen Toleranz und zur gesellschaftlichen Integration von Muslimen zu leisten. Die Schurla Rheinland-Pfalz wolle sich daher nicht nur den Bedürfnissen der Muslime widmen, sondern als zivilgesellschaftlicher Partner Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen. Ihr gehören unter anderem afghanische, ägyptische, albanische, bosnische, türkische und kurdische Muslime an.

Derzeit gibt es rund 150.000 Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer muslimischen Glaubens. Die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung fand am vergangenen Donnerstag, den 23. Oktober 2014 um 15.00 Uhr, im Polizeipräsidium von Mainz statt.

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