#ErdoganCaricature: Britischer Künstler fordert zum Protest gegen Erdoğan auf

Der britische Cartoonist Martin Rowson fordert derzeit zum weltweiten Protest gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan auf. Künstler sollen den AKP-Mann zeichnen, um so gegen die Repressalien zu protestieren, die türkische Kollegen durch ihn erfahren.

Der Karikaturist und Autor Martin Rowson hat Menschen auf der ganzen Welt aufgefordert, Karikaturen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan anzufertigen. Auf diese Weise soll auf das harte Vorgehen gegen einen bekannten türkischen Karikaturisten aufmerksam gemacht werden, der den Politiker verspottet haben soll.

Seine Aufforderung verbreitete Rowson am 22. Oktober über Twitter. Dort klagt er an, dass ein Kollege zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt worden sei, weil er den Präsidenten als Katze gezeichnet habe. Und es könnte sogar noch schlimmer kommen. Jetzt drohen dem Kollegen neun Jahre Gefängnis.

Am vergangenen Donnerstag setzt er seine Aufforderung selbst in die Tat um und fordert dazu auf, es ihm gleich zu tun. Gleichzeitig bat er darum, dies nur zu tun, wenn es für die eigene Person auch sicher sei:

Inzwischen informierte er seine Follower auch über den Prozessstand. Er twitterte:

Erdoğans Empfindlichkeit gegenüber Karikaturisten ist nicht neu. Schon 2005 verlangte er Schadenersatz vom Satiremagazin Penguen, nachdem ihn ein Karikaturist als Frosch, Kamel, Affe, Schlange, Ente und Elefant dargestellt hat. Musa Kart selbst wurde im Jahr 2005 erfolgreich für die Darstellung des Präsidenten als Katze verklagt, so der Guardian.

Dass der Brite zudem Twitter als Verbreitungsmedium seines Protestes gewählt hat, ist bezeichnend. Der türkische Präsident hat sich vor allem in jüngster Vergangenheit als vehementer Gegner der sozialen Medien präsentiert und ob seines rigorosen Vorgehens gegen digitale Kritiker weltweiten Protest geerntet. Erst im Frühjahr ließ er sowohl YouTube als auch Twitter sperren. Zuletzt musste ein junger Mann mehr als 8000 türkische Lira Geldstrafe für einen Tweet hinnehmen (mehr hier).

Im Februar 2013 wurde zum ersten Mal in der türkischen Justizgeschichte ein Twitter-User zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Dem Mann wurde vorgeworfen, ein Model über den Microblogging-Dienst beleidigt und bedroht zu haben (mehr hier).

Für einen internationalen Aufschrei sorgte zuletzt der Fall des weltbekannten türkischen Pianisten Fazil Say. Angefangen hatte alles mit einem Twitter-Witz, der religiöse Gefühle verletzt haben soll. Was folgte, war ein wahrer Justiz-Krimi (mehr hier). Anfang 2014 stellte die Staatsanwaltschaft schließlich das Verfahren gegen den Künstler ein (mehr hier).

Wie der aktuelle Facebook Transparency Report offenbart, sind im vergangenen Jahr mehr als 2000 inhaltliche Einschränkungen in der Türkei durchgesetzt worden (mehr hier).

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