Verhandlungen auf der Zielgeraden: SunExpress soll Lufthansa-Billig-Fluglinie für Langstrecken werden

Noch steht eine Entscheidung aus, doch die Verhandlungen kommen offenbar gut voran: Wie die Lufthansa mitteilte, soll Anfang Dezember entschieden werden, ob ein geplantes Billigflugangebot für Langstrecken tatsächlich unter dem Dach der deutsch-türkischen Charterfluggesellschaft SunExpress an den Start gehen soll. Das Unternehmen steht unter Druck. Bereits zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit wurden die Gewinnprognosen nach unten korrigiert.

Die Lufthansa ist offenbar optmistisch, dass SunExpress tatsächlich Partner beim neuen Billigflugangebot für die Langstrecke wird. Derzeit laufen die Gespräche mit dem Turkish Airlines Joint Venture. Schon im Dezember soll eine Entscheidung fallen.

Die Verhandlungen kommen voran. Falls wir es mit einem Partner machen, dann wahrscheinlich mit SunExpress“, zitiert Reuters den neuen Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Im Dezember wolle die Lufthansa ihr Konzept für die neue Dachmarke „Wings“ vorstellen. Unter ihr will das Unternehmen sein Angebot im Billig-Segment deutlich ausweiten. Dieses könnte bereits Ende 2015 an den Start gehen und unter anderem von Köln und München aus mit sieben A330 Flugzeugen laufen. SunExpress zeichnet sich bereits seit längerem ab. Schon im vergangenen Juli bezeichnete Spor die Gespräche mit Turkish Airlines über einen neuen Billiganbieter für Interkontinentalflüge als „fortgeschritten“.

Die Lufthansa will sich mit dem neuen Billigflug-Angebot gegen Konkurrenten wie Ryanair oder arabische Linien wie Emirates behaupten. „Ein Touristen-Langstreckenangebot mit niedrigeren Kosten soll Urlaubsziele für die Lufthansa wieder rentabel machen“, so das Fachblatt airliners. „Ein Langstrecken-Billigflieger, womöglich unter dem Dach des deutsch-türkischen Ferienfliegers Sunexpress, soll das Konzept von Germanwings auf der Langstrecke fortschreiben.“

Am Donnerstag war der neue Lufthansa-Chef Carsten Spohr bereits zum zweiten Mal seit seinem Amtsantritt vor einem halben Jahr bei seiner Gewinn-Prognose zurückgerudert. Ein harter Preiskampf und die schwächelnde Weltwirtschaft hätten die Lufthansa bei ihrer Sanierung ausgebremst, berichtet das Fachblatt Cash. Bislang habe Europas größte Fluggesellschaft die teuren Pilotenstreiks gut verkraftet. Weitere Streiks im November und Dezember könnten auch das Gewinnziel für das laufende Jahr noch ins Wanken bringen, heißt es. „Eine Lösung im Konflikt mit den Piloten könnte sich bis 2015 hinziehen“, so der Nachfolger von Christoph Franz.

Finanzchefin Simone Menne rechne für das kommende Jahr im Passagiergeschäft nun eher mit stabilen als mit steigenden Durchschnittserlösen. Das Flugangebot der Lufthansa und ihrer Töchter Germanwings, Swiss, Austrian Airlines und dem künftig eigenständig auftretenden Billigflieger Eurowings solle daher statt um fünf Prozent nur um insgesamt drei Prozent wachsen. „Eine genauere Gewinnprognose will der Konzern erst im neuen Jahr wagen“, so das Blatt weiter.

Mehr zum Thema:

SunExpress: „Auf einen Preiskampf wollen wir uns nicht einlassen“
Erdoğan: Merkel will Lufthansa und Turkish Airlines Kooperation
Transportminister Yıldırım setzt neue Marke: 375 Millionen Fluggäste bis 2023

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.