Auszeichnung für Christian Wulff: Ex-Bundespräsident wird für Dialog mit Islam geehrt

Vor vier Jahren stellte der damalige Bundespräsident Christian Wulff heraus, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Nun hat er für seine Dialog-Bemühungen eine Auszeichnung erhalten. Diese Einschätzung habe einen wichtigen Beitrag zur Integration von Muslimen geleistet, so die Einschätzung der Evangelischen Akademie Tutzing.

Ex-Bundespräsident Christian Wulff hat am Donnerstag den Toleranz-Preis der Evangelischen Akademie Tutzing erhalten. Er wurde für seinen Einsatz für eine offene, multikulturelle Gesellschaft und den Dialog mit dem Islam ausgezeichnet. «Ich wünsche mir ein aktives Miteinander der Religionen», sagte Wulff in seiner Dankesrede. Parallelgesellschaften könnten am besten durch den Dialog verhindert werden.

Muslime dürften nicht mit islamistischen Terroristen gleichgesetzt werden. «Da wird der Name einer Religion missbraucht», sagte Wulff und zog Parallelen zum Christentum: «Es gab auch Versuche, aus dem Alten Testament Sätze zu verwenden, die im Namen des Bösen missbraucht wurden.»

Hintergrund der Auszeichnung ist Wulffs Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit vor vier Jahren. Damals hatte er betont, dass der Islam inzwischen zu Deutschland gehöre. Damit leistete er nach Einschätzung der Akademie einen wichtigen Beitrag für die Integration von Muslimen. «Das Gegenteil von Vielfalt ist Einfalt», sagte Wulff. «Und wer will schon einfältig sein.»

Den Toleranz-Preis in der Kategorie «Zivilcourage» bekam Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs. Die Laudatio hielt die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, so die dpa.

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