Drama vor Istanbul: Flüchtlingsboot sinkt, mindestens 24 Menschen sterben

Am Montag ist vor der Küste Istanbuls ein Flüchtlingsschiff gesunken. Mindestens 24 Menschen verloren bei den Umglück ihr Leben, sieben konnten bislang gerettet werden. Das Drama ereignete sich bereits in den frühen Morgenstunden am nördlichen Ende des Bosporus in der Nähe der Mündung zum Schwarzen Meer.

An Bord des Schiffes sollen sich bisherigen Erkenntnissen zufolge an die 40 Personen, darunter zwölf Kinder und sieben Frauen, befunden haben. Dieses konnte offenbar noch ein Notsignal absetzen. Doch zu spät: Mindestens 24 Menschen sterben, vor allem Kinder.

Die Flüchtlinge stammen nach Einschätzung des türkischen Generalstabs vermutlich aus Syrien und Afghanistan. Über ihr Ziel gibt es jedoch widersprüchliche Angaben: Sie sollen sich auf dem Weg nach Bulgarien befunden haben, heißt es auf der einen Seite. Andere Quellen vermuten Rumänien als Ziel der Reise. So soll das Schiff Kurs auf die rumänische Hafenstadt Constanta genommen haben. Gerüchten zufolge sollen die Flüchtlinge bis zu 7000 Euro an Menschenhändler bezahlt haben, um das sichere Europa zu erreichen.

Derzeit such die türkische Küstenwache mit Unterstützung von Tauchern, Helikoptern und Fischerbooten intensiv nach weiteren Überlebenden, so unter anderem die Irish Times.  Doch die Rettungskräfte arbeiten unter verschärften Bedingungen: „Der Wind macht unsere Aufgabe sehr schwierig. Das Boot ist sehr klein. Doch tatsächlich befanden sich 40 Menschen darin. Wir sehen die Leichen von Kindern im Meer treiben“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet einen der Rettungskräfte.

Noch ist nicht völlig klar, wie es zu dem Unglück in der Nähe von Rumeli Feneri kommen konnte. Ein Fischer vermutet gegenüber dem türkischen Blatt, dass das kleine Boot vermutlich von einem großen Schiff getroffen worden sein könnte. Immerhin befand es sich zum Unglückszeitpunkt in einem stark frequentierten Gebiet. Das Wetter jedenfalls hätte dem Flüchtlingsboot nichts anhaben können. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen. Augenzeugen zufolge seien alle Toten mit Schwimmwesten geborgen worden. Die Geretteten stünden unter Schock.

Erst vor zwei Monaten wurde ein Boot mit 82 Migranten von der türkischen Küstenwache vor der Nordküste von Istanbul gerettet. Auch diese Flüchtlinge, vor allem Syrer und Afghanen, waren offenbar auf dem Weg nach Rumänien. Vor etwas mehr als einem Jahr starben ebenfalls 24 Menschen (mehr hier). Nur wenige Wochen zuvor kam es zu einem ähnlichen Unglück. Hier sank, ebenfalls in der Ägäis, ein Boot mit 15 Flüchtlingen an Bord vor der Küste der Provinz Muğla. Im Februar 2013 konnten 44 Menschen vor dem Ertrinken gerettet werden (mehr hier). Im September zuvor kam für 60 Flüchtlinge jede Hilfe zu spät (mehr hier).

Die Zahl der Flüchtlinge, die versuchen, Europa über den riskanten Seeweg über die westlichen und südlichen türkischen Küsten zu erreichen, hat in den vergangenen Jahren vor allem seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien stark zugenommen. Überdies haben Zehntausende versucht, die griechische und bulgarische Grenze auf dem Landweg überqueren. Derzeit gehört die Türkei zu den zehn wichtigsten Zufluchtsorten der Welt (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Amnesty International: Flüchtlingsrouten an türkisch-griechischer Grenze haben sich verändert
Zehn Kilometer langer Grenzwall: Türkei und Griechenland durch Mauer getrennt
Türkisch-griechische Grenze: Deutscher versteckt illegalen Einwanderer im Koffer

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.