Die Stimmen zum 2:0-Sieg von Fenerbahce

Freude über den Derbysieg auf der einen und Wut nach der Pleite auf der anderen Seite. GazeteFutbol.de hat die Stimmen nach dem Derby zwischen Besiktas und Fenerbahce (0:2) eingefangen...

Für beide Istanbuler Spitzenklubs war dieses Derby richtungsweisend im Titelkampf – am Ende triumphierte der amtierende Meister Fenerbahce mit 2:0 über Besiktas und landete damit einen Big-Point, wohingegen die „Schwarzen Adler“ einen herben Rückschlag im Meisterschaftskampf erlitten. Die Gefühlslage fiel im Anschluss an ein phasenweise sehr hitziges Derby mit einem Platzverweis und vielen Verwarnungen in beiden Lagern dementsprechend gegensätzlich aus.

Auf der einen Seite freuten sich die Sieger, für die der Derby-Erfolg gleich mehrere Premieren darstellt: Es war der erste Derbysieg sowie der erste Auswärtssieg in der laufenden Spielzeit und zudem übernahm Fenerbahce durch den 2:0-Erfolg erstmals die Tabellenführung – von eben Besiktas. Bei den „Schwarzen Adlern“ herrschte nach der zweiten Niederlage in der Liga in Folge vor allem Wut und Unverständnis über die Leistung des Schiedsrichters Bülent Yildirim sowie die Ereignisse mit dem Fenerbahce-Kapitän Emre Belözoglu, dem vorgeworfen wird, ausfallend gegenüber dem Besiktas-Trainer Slaven Bilic geworden zu sein. GazeteFutbol.de hat die Stimmen zum Derby eingefangen…

Slaven Bilic (Besiktas, Cheftrainer): „Ich bin sehr enttäuscht. Wir haben ein frühes Tor kassiert, das sehr naiv war. Danach war es schwer ins Spiel zu finden, doch es ist uns gelungen, auch wenn wir uns dabei keine Torchancen erspielen konnten. Mit fortlaufender Spielzeit waren wir dann auf Augenhöhe, doch der Schiedsrichter hat mit dem Platzverweis gegen Olcay Sahan das Spiel getötet. Danach haben wir zu Zehnt gut agiert, aber kein Tor erzielt. Ich zolle meinen Spielern Respekt, sie haben großen Einsatz gezeigt, doch in Unterzahl ist es nun einmal sehr schwer. Ich habe mit niemandem auf Seiten von Fenerbahce diskutiert, sondern lediglich einen Fenerbahce-Spieler gefragt, weshalb er mich beleidigt. Ich sagte ihm, dass ich älter als er bin, doch er hat nicht auf mich gehört. Offensichtlich läuft das in der Türkei so. Er sagte zu mir, dass er macht, was ihm beliebt. Fünfmal hat er die Aussage getroffen. Den Namen des Spielers will ich nicht nennen, das bringt niemandem etwas.“

Fikret Orman (Besiktas, Vereinspräsident): „Ich spreche nach Spielen nicht zur Presse, das ist nicht meine Art, aber lasst uns den Film zurückspulen und in die vergangene Woche gehen. Heute wurden von einem gegnerischen Spieler die gleichen Aussagen getätigt, für die Gökhan Töre vergangene Woche mit Rot bestraft wurde [gemeint ist „Fuck off“; Anm. d. Red.]. Zu der roten Karte von Olcay will ich sagen, dass komischerweise in unseren Spielen sich immer alle sechs Schiedsrichter an den Entscheidungen beteiligen. In diesem Spiel hat sich der Linienrichter eingemischt und für den Platzverweis gesorgt, was meiner Meinung nach falsch war. Uns wurde ein Strafstoß verwehrt, als Demba Ba zu Fall gebracht wurde, zudem hätte dies mit Rot für den Gegner geahndet werden müssen. Ich habe das schon vor dem Spiel gesagt, wir erleben so etwas Jahr für Jahr auf systematische Art und Weise. Von nun an werden wir unsere Art ändern, das habe ich nun entschieden, weil diejenigen, die den Fußball leiten, unsere Sprache nicht verstehen. Von nun an werden wir sehen, wie das Ganze läuft. Wir werden nicht mehr einfach nur die Zuschauer eines Szenarios bleiben.“

Tomas Sivok (Besiktas, Abwehrspieler): „Wir haben schlecht angefangen und ein frühes Tor kassiert. Danach haben wir 20-25 Minuten lang nicht das auf den Rasen bringen können, was wir wollten. In der Folge kam der Platzverweis gegen uns und von dem Augenblick an hat Fenerbahce uns nicht mehr ins Spiel kommen lassen. Wir hatten zwar zwei Kopfballmöglichkeiten durch Demba Ba und Mich, doch leider konnten wir sie nicht nutzen und haben deshalb am Ende verloren. Hätten wir eine der beiden Chancen nutzen können, wäre das Spiel vielleicht noch anders verlaufen. Wir haben drei Punkte verloren, auch wenn wir gerne gewonnen hätten, es ist noch lange hin bis Saisonende und noch längst nichts verloren.“

Ismail Kartal (Fenerbahce, Cheftrainer): „Wir hatten uns gut auf dieses Derby gegen Besiktas vorbereitet und waren sehr konzentriert, weil wir wussten, dass der Gegner sehr formstark ist. Ich möchte meine Spieler dafür beglückwünschen, dass sie taktisch alles genau so umgesetzt haben, wie wir es geplant hatten, mal abgesehen von ein zwei kleineren Fehlern. Wir haben gezeigt, dass wir einer der größten Titelkandidaten sind, indem wir einen starken Gegner mit einer starken Leistung bezwungen haben. Wir hätten einen noch viel deutlicheren Sieg erzielen können. Wir sind auf einem guten Weg, es läuft nach Plan. Wir lassen uns nicht davon ablenken, was andere sagen. Mich freut es besonders für Moussa Sow und Emmanuel Emenike, dass sie getroffen haben, nachdem sie zuletzt kritisiert wurden. Das war wichtig für sie.“

Moussa Sow (Fenerbahce, Angreifer): „Es war wirklich ein sehr wichtiger Sieg für uns, wir haben die drei Punkte sehr gebraucht. Uns war bewusst, dass Besiktas eine sehr gute Mannschaft ist. Wir sind deshalb alle sehr glücklich und können uns nun in Ruhe auf das Heimspiel gegen Rizespor vorbereiten. Ich habe auch im sechsten Spiel gegen Besiktas getroffen, Gott sei dank ist es mir erneut gelungen, ein Tor gegen sie zu erzielen. Demba [Ba] ist natürlich traurig, weil Fenerbahce gewonnen hat. Ich möchte aber darüber hinaus sagen, dass ich sehr froh darüber bin, mit ihm gemeinsam auf dem Platz zu stehen und gegen ihn zu spielen.“

Dirk Kuyt (Fenerbahce, Angreifer): „Wir haben das Spiel kontrolliert und Besiktas keine Chance gelassen. Das Einzige, was wir hätten besser machen können, wäre ein früheres zweites Tor gewesen. Wir können stolz auf unsere Leistung sein. Es war unser erster Auswärtssieg, hoffentlich werden nun weitere folgen. Fenerbahce spielt immer um die Meisterschaft und wir wollen so wie im vergangenen Jahr auch in dieser Saison Meister werden.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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