Konsequenz nach Attacke: Deutsch-Türkischer Fußballer Deniz Naki verlässt die Türkei

Der deutsch-türkische Fußballer Deniz Naki will nicht länger in der Türkei bleiben. Der Gençlerbirliği-Spieler hat beschlossen, seinen Süper Lig-Club zu verlassen. Der Grund ist ein rassistischer Angriff am vergangenen Wochenende. Nun fühlt sich der junge Mann nicht mehr sicher.

Seine Äußerungen gegen den IS-Terror bescheren Deniz Naki bereits seit einem halben Jahr verbale Attacken. Jetzt wurde er am vergangenen Sonntag, den 2. November, von unbekannten Tätern in Ankara beleidigt, bedroht und brutal zusammengeschlagen. Der deutsch-türkische Fußballer erlitt dabei Verletzungen unter einem Auge und an einer Hand.

„Ich wurde am Sonntag von drei unbekannten Personen angegriffen,die ich bisher nicht kenne. Diese bedrohten mich damit,dass dies die erste Warnung sei, ansonsten solle ich mehr Konsequenzen in Kauf nehmen“, schildert der 25-jährige kurdische Sportler auf seiner Facebook-Präsenz. „Das begründeten die ehrenlosen Hunde damit, dass man sowas wie mich in der Türkei nicht braucht und das ist zurückzuführen auf meine alevitisch-kurdische Herkunft!“

Der Höhepunkt sei gewesen, dass die Angreifer ihn beleidigt hätten, weil er sich gegen den IS-Terror stelle und öffentlich seine Haltung zu den Geschehnissen in Shingal und Kobanê bekannt gegeben hätten. „Bisher wurde ich oft verbal attackiert und habe mich vor einigen Monaten dazu geäußert, aber dieser Angriff ist mit keinen Worten zu erklären“, so Deniz Naki weiter. Sein Vertrag sei nun aufgelöst worden und er käme zurück nach Deutschland. „Der Grund dafür ist, dass ich es nicht mehr mitansehen und erleben möchte, dass man in diesem Land noch nicht mal neutral Fußball spielen kann!!“

Der einstige St. Pauli-Spieler (2009 bis 2012) wechselte im Jahr 2013 für 200.000 Euro von Paderborn zum türkischen Erstligisten Gençlerbirliği. Sein Vertrag läuft eigentlich bis 2016. Doch die Angst, dass so etwas wieder passiert, sitzt ihm im Nacken. Diesmal waren es Fäuste, ausmalen, was noch passieren könnte, möchte er sich jedenfalls nicht. Allein könne er in Ankara nicht mehr auf die Straße gehen, berichtet auch die türkische Zeitung Hürriyet.

Schon bei Fabian Bolls Abschiedsspiel im Oktober liebäugelte der junge Mann mit alevitisch-kurdischen Wurzeln damit, wieder nach St. Pauli zu gehen. Die Fans am Millerntor hätten ihm deutlich signalisiert, dass seine Rückkehr durchaus begrüßt würde, so die Hamburger Morgenpost.  Noch sind die weiteren Pläne des Kickers allerdings unbekannt. Schon an diesem Mittwoch wolle er jedoch wieder bei seiner Familie in Düren sein, so der Mittelstürmer zur Bild. Mit seinem türkischen Verein habe sich der frühere deutsche U21-Nationalspieler im Guten getrennt. Er hatte erst fünf Einsätze in der Saison 2014/15.

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